Pneumologen entwickeln fächerübergreifende Leitlinien-App25. September 2019 Foto: © xb100/Adobe Stock Ärzte müssen oft in kurzer Zeit weitreichende Entscheidungen darüber treffen, welche Behandlung und Medikation den Patienten am besten helfen. Weisen Patienten mehrere Krankheitsbilder auf, so erfordert dies, neben dem eigenen Fachgebiet auch das Wissen weiterer Disziplinen mit einzubeziehen. Damit Mediziner dieses Wissen jederzeit griffbereit haben, entwickelt die Deutsche Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) in Kooperation mit einer Berliner Designbüro eine App, in der Ärzte medizinische Leitlinien alltagsgerecht und miteinander vernetzt abrufen können. Leila, die Leitlinien-App für den medizinischen Alltag, wird ab Dezember 2019 als kostenfreie Beta-Version für Android und iPhones in den jeweiligen App-Stores zur Verfügung stehen. In Deutschland haben fast zwei Drittel der Menschen über 65 Jahre mindestens drei chronische Erkrankungen.1 Auch viele pneumologische Patienten leiden an einer solchen Multimorbidität. „Für die tägliche Arbeit von Medizinern ist das eine besondere Herausforderung, denn die einzelnen Erkrankungen müssen immer auch im Verhältnis zueinander betrachtet werden“, so PD Dr. Thomas Köhnlein, Schatzmeister der DGP und Facharzt für Innere Medizin, Pneumologie und Schlafmedizin. „Für eine zielführende Betreuung von Patienten ist es daher wichtig, neben dem eigenen Fachgebiet auch das Wissen weiterer Disziplinen mit einzubeziehen.“ Zwar bewerten Leitlinien zusammenfassend die verfügbaren Erkenntnisse zur Behandlung von Einzelerkrankungen, nicht aber immer im Zusammenhang mit anderen Krankheitsbildern. Die DGP-App LEILA soll hier unterstützen. Die Leitlinien-App ist so konzipiert, dass die Zusammenhänge von verschiedenen Erkrankungen für die Anwender transparent und leicht nachzuvollziehen sind. „So können sie beispielsweise über eine semantische Schlagwortsuche – über alle in der App integrierten Leitlinien hinweg – die einzelnen Empfehlungen zu ganz bestimmten klinischen Problemen prüfen und miteinander vergleichen“, erklärt Köhnlein, der die Entwicklung der App wissenschaftlich betreut. Eine effektive Suche über einzelne oder mehrere Leitlinien hinweg und eine handlungsorientierte Unterstützung zur leitliniengerechten Diagnostik und Therapie erleichtern die schnelle Entscheidungsfindung im klinischen Alltag. Leila wird ab Dezember 2019 als Beta-Version mit ersten Leitlinien der DGP sowie weiterer Partner verfügbar sein. Bereits jetzt kann man sich für den Launch registrieren. Auch andere Fachgesellschaften können ihre Leitlinien kostenfrei, selbstständig und in Absprache mit den Entwicklern integrieren, um so möglichst viele unterschiedlichen Krankheitsbilder abzudecken und die Versorgungsqualität für Patienten zu steigern. Die App LEILA wird unterstützt durch die Deutsche Sepsis-Gesellschaft (DSG) und federführend von der DGP und der Lindgrün GmbH entwickelt. Interessierte können über die E-Mail-Adresse [email protected] Kontakt aufnehmen.
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