Point-of-Care-Testing: Chancen nutzen5. Mai 2025 Foto: © Canvan – stock.adobe.com Die neue Bundesregierung steht in den Startlöchern, das Gesundheitssystem vor entscheidenden Weichenstellungen. Der Verband der Diagnostica-Industrie (VDGH) fordert, im Zuge des gesundheitspolitischen Neustarts auch neue Wege in der Patientenversorgung zu beschreiten. Eine Schlüsselrolle kann dabei die patientennahe Sofortdiagnostik, das Point-of-Care-Testing (POCT), einnehmen. „Wir brauchen Mut zu Innovationen, die die Versorgung verbessern, Wege verkürzen und Ressourcen effizienter nutzen“, erklärt Dr. Martin Walger, Geschäftsführer des VDGH. „Point-of-Care-Testing liefert diagnostische Informationen dort, wo sie gebraucht werden: beim Patienten. Es kann Arztpraxen entlasten, indem Diagnostik künftig auch an neuen Orten ermöglicht wird – etwa in Apotheken, Pflegeeinrichtungen oder durch mobile Dienste. Im Kampf gegen Antibiotikaresistenzen, bei der Versorgung im ländlichen Raum und für die Optimierung der Notfallversorgung kann POCT entscheidende Impulse geben.“ POCT ist dabei als Ergänzung zur ärztlichen Labordiagnostik zu verstehen. Während komplexe Analysen spezialisierten Laboren vorbehalten bleiben, schaffen patientennahe Tests insbesondere in der ambulanten Versorgung, im Rettungsdienst und in unterversorgten Regionen neue Möglichkeiten, schnell und zielgerichtet zu handeln. POCT ermöglicht labordiagnostische Untersuchungen unmittelbar am oder in direkter Nähe zum Patienten: schnell, zuverlässig und mit sofortigen Konsequenzen für Diagnose und Therapie. Insbesondere bei der Unterscheidung zwischen viralen und bakteriellen Infektionen hilft POCT, den gezielten Einsatz von Antibiotika zu steuern. Damit trägt es aktiv zur Vermeidung von Resistenzen bei – ein zentrales Anliegen auch nationaler Strategien wie der Deutschen Antibiotika-Resistenzstrategie DART 2030. In dem neuen Whitepaper hat der VDGH die Vorteile und Einsatzmöglichkeiten von POCT umfassend dargelegt. Dazu zählen unter anderem: schnellere Diagnosen und Therapiebeginn bei lebensbedrohlichen Erkrankungen, die Vermeidung unnötiger Krankenhauseinweisungen durch schnellere und sichere Entscheidungen vor Ort, eine höhere Patientenzufriedenheit durch schnelle Diagnosestellung, verständliche Beratung und unmittelbare Behandlung, eine effizientere Nutzung knapper ärztlicher und pflegerischer Ressourcen. „Unser Gesundheitswesen steht unter wachsendem Druck. Demografischer Wandel, Fachkräftemangel und die Erwartung einer flächendeckenden Versorgung erfordern neue Antworten“, so Walger. „Point-of-Care-Testing ist ein Teil dieser Antwort. Die kommende Bundesregierung sollte die Chance ergreifen, Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Ausbau und die sinnvolle Integration von POCT in die Versorgungsstrukturen fördern.“
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