Positive Phase-1-Studiendaten präsentiert21. Juni 2022 Bild: © Stockwerk-Fotodesign -stock.adobe.com Auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology (ASCO) 2022 wurden Studiendaten einer mRNA-basierten individualisierten Neoantigen-spezifischen Immuntherapie bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs vorgestellt. Zudem laufen weitere Studien zu anderen Krebserkrankungen. BioNTech hat erste Daten aus einer laufenden, nichtkommerziellen (investigator-initiated) klinischen Phase-1-Studie für Autogene Cevumeran (auch bekannt als BNT122, RO7198457), einer mRNA-basierten individualisierten neoantigen-spezifischen Immuntherapie („iNeST“), veröffentlicht. In der Studie wird die Sicherheit und Verträglichkeit von Autogene Cevumeran in Kombination mit dem Anti-PD-L1-Immun-Checkpoint-Inhibitor Atezolizumab und Chemotherapie bei Patienten mit chirurgisch entferntem, duktalem Adenokarzinom der Bauchspeicheldrüse (pancreatic ductal adenocarcinoma, „PDAC“) untersucht. Die Studie bestätigte die technische Umsetzbarkeit des Ansatzes, bei dem für jeden einzelnen Patienten Tumorprofile erstellt werden, die als Grundlage für die Entwicklung eines individualisierten Impfstoffs dienen. Das gilt auch für die bedarfsgerechte Herstellung der neoantigen-spezifischen Immuntherapie innerhalb des relevanten Therapiezeitraums. Die vorläufigen Ergebnisse zeigten ein vorteilhaftes Sicherheitsprofil sowie ermutigende Anzeichen für klinische Aktivität. Der leitende Studienarzt am Memorial Sloan Kettering Cancer Center, Dr. Vinod Balachandran, stellte die Daten auf der Jahrestagung der American Society of Clinical Oncology („ASCO“) 2022 vor. Autogene Cevumeran ist BioNTechs führender Produktkandidat der iNeST-Plattform, die gemeinsam mit Genentech, ein Mitglied der Roche Gruppe, für mehrere solide Tumorindikationen entwickelt wird. Auf der ASCO-Jahrestagung wurden Daten von insgesamt 19 Patientinnen und Patienten vorgestellt, bei denen der Tumor operativ entfernt wurde und die im Anschluss mit Atezolizumab behandelt wurden. 16 dieser 19 Patienten (84%) erhielten Autogene Cevumeran 9,4 Wochen (Median; 95%-Konfidenzintervall [KI] 9-10) nach der Operation. Die vorläufigen Daten dieser 16 behandelten Personen zeigten, dass Autogene Cevumeran in Kombination mit Atezolizumab gut vertragen wurde. Nur bei einem von 16 Patienten (6%) traten Nebenwirkungen dritten Grades mit impfstoffbedingtem Fieber und Bluthochdruck auf. Andere Nebenwirkungen dritten Grades oder höher wurden nicht beobachtet. Darüber hinaus führte die Behandlung bei der Hälfte (8 von 16) dieser Patientinnen und Patienten zu einer neoantigen-spezifischen T-Zell-Antwort. Dabei wurden die T-Zellen von einer ursprünglich nicht nachweisbaren Menge so stark vermehrt, dass sie einen großen Anteil aller Blut-T-Zellen (Median 2,9%) ausmachten (de novo). Nach einer frühen, medianen Nachbeobachtungszeit von 18 Monaten hatten Patientinnen und Patienten mit dieser Art der Immunantwort (N=8) ein signifikant längeres, rückfallfreies Überleben (recurrence-free survival, „RFS“) als solche ohne impfinduzierte Immunantwort (N=8) (Median nicht erreicht vs. 13,4 Monate, HR 0,08, 95%-KI 0,01-0,4, P=0,003). Auf der Grundlage dieser Daten planen BioNTech und Genentech eine randomisierte Studie, um die Wirksamkeit und Sicherheit von Autogene Cevumeran in Kombination mit Atezolizumab und Chemotherapie bei Patientinnen und Patienten mit reseziertem PDAC weiter zu evaluieren. „Da nur weniger als fünf Prozent der Patientinnen und Patienten auf die derzeitigen Behandlungsmöglichkeiten ansprechen, ist Bauchspeicheldrüsenkrebs eine der Krebsarten mit dem höchsten medizinischen Bedarf. Wir stellen uns dieser Herausforderung, indem wir unsere langjährige Forschung im Bereich der Krebsimpfungen nutzen und neue Wege für die Therapie dieser schwer zu behandelnden Tumore beschreiten wollen“, sagte Prof. Dr. Özlem Türeci, Mitbegründerin und Chief Medical Officer bei BioNTech. „Die frühen Ergebnisse dieser Phase-1-Studie sind ermutigend und wir freuen uns darauf, sie in einer größeren randomisierten Studie weiter zu untersuchen.“ Die an einem Studienzentrum durchgeführte, nichtkommerzielle klinische (investigator-initiated) Phase-1-Studie (NCT04161755) wurde konzipiert, um die Behandlung mit dem individualisierten Immuntherapie-Kandidaten Autogene Cevumeran in Kombination mit dem Anti-PD-L-1-Immun-Checkpoint-Inhibitor Atezolizumab als Zusatz zur Standardtherapie mit einer adjuvanten Chemotherapie mit mFOLFIRINOX bei Patienten mit chirurgisch entfernten PDACs zu untersuchen. Der primäre Endpunkt der Studie ist die Bewertung der Sicherheit. Zu den sekundären Endpunkten gehören die Wirksamkeit der Behandlung, gemessen als 18-monatiges rückfallfreies Überleben, die Immunogenität sowie die Durchführbarkeit des Behandlungsschemas. „Bauchspeicheldrüsenkrebs ist nach wie vor eine der tödlichsten Krebsarten, da er gegen alle Behandlungen resistent ist, einschließlich Immuntherapien. Da Bauchspeicheldrüsenkrebs nur wenige Mutationen aufweist, wurde bisher angenommen, dass eine Immunreaktion infolge der Erkennung des Krebses anhand von Neoantigenen unwahrscheinlich ist“, sagte Dr. Vinod Balachandran, Chirurg und Forscher am Memorial Sloan Kettering Cancer Center sowie leitender Prüfarzt der Studie. „Unsere Forschungsarbeit und die Ergebnisse dieser Studie zeigen, dass das Immunsystem Neoantigene bei Bauchspeicheldrüsenkrebs erkennen kann und dass wir mRNA-Impfstoffe einsetzen können, um T-Zellen bei Patienten mit Bauchspeicheldrüsenkrebs zu stimulieren, damit sie Neoantigene erkennen. Wir freuen uns darauf, diese Ergebnisse in einer größeren randomisierten Studie weiter zu untersuchen.“ Die iNeST-Plattform von BioNTech hat zuvor ermutigende Ergebnisse mit einem tragbaren Sicherheitsprofil von Autogene Cevumeran als Einzelwirkstoff und in Kombination mit Atezolizumab in einer heterogenen Patientengruppe mit fortgeschrittenen und stark vorbehandelten soliden Tumoren gezeigt. In einer Phase-1a/b-Studie zeigte Autogene Cevumeran robuste CD8+ und CD4+ T-Zell-Antworten und ein handhabbares Sicherheitsprofil (NCT03289962). Im Oktober 2021 gab BioNTech bekannt, dass der erste Patient in einer randomisierten Phase-2-Studie (NCT04813627) mit Autogene Cevumeran zur adjuvanten Behandlung von postoperativem, zirkulierendem Tumor DNA (ctDNA) positivem, chirurgisch entferntem Darmkrebs behandelt worden ist. BioNTech und Genentech führen außerdem eine Phase-2-Proof-of-Concept-Studie durch, in der Autogene Cevumeran und Pembrolizumab als Erstbehandlung von fortgeschrittenen Melanomen untersucht werden (NCT03815058).
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