Positiver Zusammenhang zwischen prämenstruellen Störungen und perinataler Depression

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Forscher haben Daten aus landesweiten schwedischen Registern mit mehr als 900.000 Frauen ausgewertet und dabei herausgefunden: Frauen, die unter prämenstruellen Störungen leiden, haben ein höheres Risiko, eine perinatale Depression zu entwickeln.

Der Zusammenhang gilt in beide Richtungen: Frauen mit perinatalen Depressionen haben auch ein höheres Risiko, nach Schwangerschaft und Geburt prämenstruelle Störungen zu entwickeln. Die Studie, die in der Open-Access-Zeitschrift „PLOS Medicine“ veröffentlicht wurde, legt nahe, dass ein gemeinsamer Mechanismus zu den beiden Erkrankungen beitragen könnte.

Qian Yang und Kollegen vom Karolinska Institutet, Schweden, und der Universität Island nutzten die schwedischen landesweiten Register von 2001 bis 2018 und identifizierten 84.949 Frauen mit perinataler Depression und 849.482 nicht betroffene Frauen. Die Forscher glichen die Frauen nach Alter und Kalenderjahr ab und kontrollierten außerdem demografische Faktoren, Rauchen, Body-Mass-Index, Parität und psychiatrische Erkrankungen in der Vergangenheit. Von den Frauen mit perinataler Depression litten fast drei Prozent vor der Schwangerschaft an prämenstruellen Störungen, verglichen mit 0,6 Prozent der nicht betroffenen Frauen in der Vergleichsgruppe. Frauen mit perinataler Depression berichteten außerdem doppelt so häufig über prämenstruelle Störungen, als die Menstruation nach der Geburt wieder einsetzte, verglichen mit Frauen, die nicht von perinataler Depression betroffen waren.

Die Forschungsergebnisse geben Aufschluss über den Zusammenhang zwischen den beiden Erkrankungen und stützen die Theorie, dass ihnen möglicherweise gemeinsame biologische Mechanismen und/oder Risikofaktoren zugrunde liegen. Das Verständnis dieses Zusammenhangs könnte Gesundheitsdienstleistern dabei helfen, die Unterstützung für Frauen, die am ehesten davon betroffen sind, besser auszurichten.

Die Autoren fügen hinzu: „Diese Studie zeigt eine starke bidirektionale Beziehung zwischen perinataler Depression und prämenstruellen Störungen, wobei Daten von über 900.000 Schwangerschaften verwendet wurden. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass beide Störungen auf einem Kontinuum existieren können, und unterstreichen, wie wichtig es ist, diese Anfälligkeiten in der klinischen Praxis zu erkennen.“