Postinflammatorische Polypen bei C. ulcerosa und M. Crohn: Belastung mit Polypen verschlechtert das Outcome signifikant6. Oktober 2023 MALTA (Biermann) – Postinflammatorische Polypen (PIP) gelten im Allgemeinen als Indikatoren für frühere Episoden schwerer Entzündungsreaktionen aber auch von Schleimhautgeschwüren. Sowohl bei Colitis ulcerosa als auch bei Morbus Crohn ist der Nachweis von PIP eine häufige Folgeerscheinung der Chronifizierung. Ziel einer aktuellen Studie eines internationalen Wissenschaftlerteams war es, festzustellen, ob eine hohe PIP-Last mit einem schwereren Krankheitsverlauf bei Patienten mit C. ulcerosa bzw. M. Crohn assoziiert sein könnte. Diese Hypothese konnte das Forscherkonsortium in ihren Untersuchungen betätigen: Ein nachgewiesenes Auftreten von PIP verschlechtert das Outcome der jeweiligen Chronisch-entzündlichen Darmerkrankung (CED) deutlich. Daher sollten sich künftige prospektive Studien auf die Charakterisierung der PIP-Belastung von CED-Patienten konzentrieren, um eine Risikostratifizierung dieser Patienten zu ermöglichen Die Forschenden führten eine multinationale, multizentrische, retrospektive Studie durch. CED-Patienten, bei denen zuvor PIP diagnostiziert worden waren, wurden aus den Endoskopie-Datenbanken der teilnehmenden Zentren in Malta, Griechenland, Israel, Großbritannien, Italien, Ungarn und den USA ausgewählt. Die PIP-Last wurde bewertet und mit demografischen und klinischen Daten sowie mit Faktoren korreliert, die auf einen ungünstigeren Krankheitsverlauf hinweisen. Insgesamt konnten auf diesem Weg insgesamt 504 CED-Patienten mit PIP rekrutiert werden (61,9 % Männer). Das Durchschnittsalter bei der CED-Diagnose betrug 36,9±16,8 Jahre. Bei den meisten Patienten (74,8 %) wurde eine C. ulcerosa diagnostiziert. Bei insgesamt 53,4 % der Patienten konnten die Wissenschaftler eine große Anzahl von PIP nachweisen. Bei der anschließenden multivariablen Cox-Regressionsanalyse war eine hohe PIP-Belastung unabhängig mit einer Behandlungseskalation (HR 1,35, 95 %-KI 1,04–1,75; p=0,024), einem Krankenhausaufenthalt (HR 1,90; 95 %-KI 1,24–2,90; p=0,003], der Notwendigkeit einer Operation (HR 2,28; 95 %-KI 1,17–4,44; p=0,02) und einem jüngeren Alter bei der Diagnose [HR 0,99; 95 %-KI 0,98–0,99; p=0,003) assoziiert. (je) Autoren: Ellul P et al.Korrespondenz: [email protected]Studie: Post-inflammatory Polyp Burden as a Prognostic Marker of Disease-outcome in Patients with Inflammatory Bowel DiseaseQuelle: J Crohns Colitis 2023;17(4):489–496.doi: 10.1093/ecco-jcc/jjac169