Postmenopause: Effekt von PPI auf Knochenhomöostase29. Juli 2019 © RFBSIP – fotolia.com In einer prospektiven Studie mit postmenopausalen Frauen haben die Autoren einen signifikanten Anstieg der Marker für den Knochenumsatz bei Frauen unter Protonenpumpenhemmer-Therapie im Vergleich zu solchen festgestellt, die stattdessen ein Placebo erhielten. Die Werte seien jedoch innerhalb des normalen Referenzbereiches geblieben, betonen die Wissenschaftler. Sie fanden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf Veränderungen der mineralischen Knochendichte (BMD), des Parathormons (PTH) und der Serum- oder Harnspiegel von Mineralien oder der totalen fraktionellen Calcium-Absorption (TFCA). „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass eine 26-wöchige Behandlung mit einem PPI keine klinisch bedeutsamen Auswirkungen auf die Knochenhomöostase hat“, schreiben die Forscher in „Gastroenterology“. Die Studienautoren hatten in einer prospektiven, multizentrischen Doppelblindstudie mit 115 gesunden postmenopausalen Frauen (Alter 45–75 Jahre) die Wirkung einer 26-wöchigen Therapie von Dexlansoprazol (60 mg) und Esomeprazol (40 mg) bzw. Placebo auf die Veränderungen der oben genannten Parameter untersucht. Gemessen wurden Spiegel von N-terminalem Propeptid des Prokollagen Typ 1 (P1NP) und C-terminalem Telopeptid des Kollagen Typ 1 (CTX) nach 0 (Baseline), 13 und 26 Wochen. Primärer Endpunkt war die prozentuale Veränderung von P1NP und CTX zwischen Woche 0 und 26. Zudem wurden bei allen Probandinnen Veränderungen der Serum- und Harnspiegel von Mineralien, BMD, PTH sowie bei 30 Studienteilnehmerinnn TFCA analysiert. Zwischen dem Ausgangswert und dem in der 26. Woche gab es keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Marker des Knochenumsatzes innerhalb der Gruppe. Die CTX-Spiegel in der Dexlansoprazol-Gruppe stiegen nicht signifikant an (0,12 ng/ml). Die Esomeprazol- und Dexlansoprazol-Gruppen hatten in Woche 26 signifikant erhöhte P1NP-Werte (18,2% bzw. 19,2%) und CTX-Werte (22,0% bzw. 27,4%) im Vergleich zur Placebo-Gruppe, obwohl diese Werte innerhalb der normalen Bereiche blieben. Es gab keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf Serum- oder Harnspiegel von Mineralien, BMD oder PTH in Woche 26. Die PPI-Therapie reduzierte die TFCA nicht. Fazit In der prospektiven Studie an Frauen nach der Menopause hatte eine 26-wöchige Behandlung mit einem PPI keine klinisch bedeutsamen Auswirkungen auf die Knochenhomöostase. (ac) Autoren: Hansen KE et al. Korrespondenz: Dr. Karen E. Hansen; [email protected] Studie: Dexlansoprazole and Esomeprazole Do Not Affect Bone Homeostasis in Healthy Postmenopausal Women Quelle: Gastroenterology 2019;156(4):926–934.e6. Web: https://doi.org/10.1053/j.gastro.2018.11.023