Postoperative Strahlentherapie plus Cetuximab möglicherweise überlegen?20. März 2025 Foto: MQ-Illustrations/stock.adobe.com Für bestimmte Patienten mit Kopf-Hals-Plattenepithelzellkarzinom (SCCHN) bietet die Zugabe von Cetuximab zu einer postoperativen Strahlentherapie einen Nutzen bezüglich des krankheitsfreien Überlebens, wie eine aktuelle Phase-III-Studie zeigen konnte. In der Phase-III-Studie NRG Oncology RTOG 0920 (NRG-RTOG 0920) wurde die postoperative Strahlentherapie mit oder ohne gleichzeitige Gabe von Cetuximab bei ausgewählten SCCHN-Patienten untersucht. Während die Kombination aus Strahlentherapie mit Cetuximab der alleinigen Strahlentherapie, gemessen an der Verbesserung des krankheitsfreien Überlebens, überlegen war, mit Blick auf den primären Studienendpunkt Verbesserung des Gesamtüberlebens keine statistisch signifikante Verbesserung gezeigt werden. Die Studienergebnisse weisen allerdings nicht auf einen Anstieg der Langzeittoxizität hin. „Derzeit sind die Ergebnisse für Patienten mit HPV-negativem SCCHN nach wie vor schlecht. Die Behandlung ist mit einer hohen Rate an lokoregionalem Versagen und Tod verbunden, trotz chirurgischer Resektion und postoperativer Strahlentherapie“, erklärte Mitchell Machtay, MD, vom Pennsylvania State University Cancer Institute und Hauptautor der Studie. „Er verwies auf die Tatsache, dass die Überexpression des „epidermal growth factor (EGFR) ein häufiges Merkmal von SCCHN ist. Angesichts dessen hätten er und sein Team gehofft, dass die Zugabe von Cetuximab zur postoperativen Strahlentherapie dazu beitragen könnte, die Ergebnisse für diese Patienten zu verbessern, ohne die Belastung durch zusätzliche Langzeittoxizität, wie Machtay ausführte. Vorteil durch Cetuximab bei HPV-negativem SCCHN Am NRG-RTOG 0920 nahmen 577 in Frage kommende Patienten mit SCCHN der Mundhöhle, des Oropharynx oder des Larynx teil: Die Patienten wiesen einen oder mehrere intermediäre Risikofaktoren auf, die eine postoperative Strahlentherapie, aber keine hochdosierte Cisplatin-Chemotherapie rechtfertigten. In den meisten Tumore (85 %) war die EGFR-Expression hoch. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer intensitätsmodulierten Strahlentherapie (60-66 Gy) mit wöchentlichem Cetuximab (C+RT) oder einer alleinigen Strahlentherapie (RT) zugewiesen. Primäres Studienziel war es, festzustellen, ob die zusätzliche Gabe von Cetuximab zur Strahlentherapie das Gesamtüberleben verbessert. Das krankheitsfreie Überleben und die Toxizität waren sekundäre Endpunkte. Das Gesamtüberleben bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 7,2 Jahren verbesserte sich zwar nicht signifikant (Hazard Ratio [HR] 0,81; einseitig p=0,075; 5-Jahres-Schätzungen 76,5% für C+RT und. 68,7 % für RT allein), wohl aber das krankheitsfreie Überleben (HR 0,75; einseitig p=0,017; 5-Jahres-Schätzungen 71,7 % für C+RT und 63,6 % für RT allein). Allerdings zeigte sich der Vorteil durch die zusätzliche Gabe von Cetuximab nur in der HPV-negativen Subpopulation (80 % der Studieteilnehmer). Die Raten für akute Toxizität Grad 3 bis 4 betrugen 39,7 Prozent (RT) und 70,3 Prozent (C+RT) (zweiseitiger p<0,0001) und die Raten für späte Toxizität Grad 3 bis 4 betrugen 29,0 Prozent (RT) und 33,2 Prozent (C+RT) (zweiseitiger p=0,31). In beiden Behandlungsgruppen traten keine (tödlichen) Toxizitäten (Grad 5) auf. „Diese Daten deuten darauf hin, dass die Kombination von Cetuximab mit einer Strahlentherapie eine geeignete Option für sorgfältig ausgewählte Patienten mit HPV-negativer Erkrankung ist“, bewertete Machtay die Studienergebnisse. Das gelte insbesondere für Patienten, die für eine Kombination aus Chemotherapie auf Cisplatinbasis und Bestrahlung nicht geeignet sind.
Mehr erfahren zu: "Zi-Studie: Ambulante Versorgung wird häufiger genutzt als bislang messbar" Zi-Studie: Ambulante Versorgung wird häufiger genutzt als bislang messbar Eine neue Analyse vergleicht Selbstauskünfte von Patienten mit vertragsärztlichen Abrechnungsdaten. Die Inanspruchnahme ambulanter ärztlichen Versorgung ist demnach höher als bislang abgebildet wird.
Mehr erfahren zu: "UKSH: Julia Heider ist neue Direktorin der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie" UKSH: Julia Heider ist neue Direktorin der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie Prof. Julia Heider ist seit dem 1. Juli 2026 Direktorin der Klinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein (UKSH) am Campus Lübeck.
Mehr erfahren zu: "David-Sackett-Preis 2026 für Forschung zur Evidenz von KI im Gesundheitswesen" David-Sackett-Preis 2026 für Forschung zur Evidenz von KI im Gesundheitswesen Christoph Wilhelm und Dr. Felix G. Rebitschek erhalten den Wissenschaftspreis des EbM-Netzwerks für ihre Forschung. Die Arbeiten leisteten einen wichtigen Beitrag zur Bewertung der Evidenz von Künstlicher Intelligenz (KI) in […]