Postoperative venöse Thromboembolien18. Dezember 2019 Foto: ©Victor Moussa /Adobe Stock Laut einer aktuellen Studie veranschlagt das Caprini-Modell das Risiko postoperativer venöser Thromboembolien nach chirurgischen otologischen Eingriffen zu hoch. In einer kürzlich publizierten Untersuchung evaluierten Otolaryngologen der Univeritätsklinik Stanford die Inzidenz postoperativer venöser Thromboembolien bei Erwachsener nach chirurgischen otologischen Eingriffen. Im Rahmen einer retrospektiven Querschnittsstudie evaluierten sie an einem akademischen Tertiärzentrum die Daten von Patienten, die sich zwischen August 2006 und Dezember 2016 aufgrund nicht onkologischer Erkrankungen einer extrakraniellen otologischen Operation unterzogen. Patienten, bei denen es postoperativ zu venösen Thromboembolien kam, wurden identifiziert, sofern die Thromboembolien innerhalb von 30 Tage nach Chirurgie auftraten; die Methoden zur Thromboseprophylaxe wurden dokumentiert und die Caprini-Scores berechnet. Die Autoren werteten die postoperativen Verläufe von 1213 otologischen Operationen aus, wobei keine (0/1268) postoperativen venösen Thromboembolien identifiziert werden konnten. Das Durchschnittsalter der Patienten lag bei 51,0 ± 17,3 Jahren (Altersspanne 18,1–93,4 Jahre). Die durchschnittliche Operationsdauer betrug 136,0 ± 79,0 Minuten (Zeitspanne 5–768 Minuten). Der durchschnittliche Caprini-Score lag, auf alle Patienten kalkuliert, bei 4,0 ± 1,7 (Spanne der Werte 1–15). Bei 85 % der Patienten lag der Caprini-Score bei 3 oder höher; dieser Wert kennzeichnet die Schwelle, bei welcher laut den 2012er Leitlinien des „American College of Chest Physicians“ bei Operationen generell eine Chemoprophylaxe empfohlen wird. Bei 6 Patienten, die einen Caprini-Score von 4,8 ± 1,7 aufwiesen, war eine präoperative Chemoprophylaxe dokumentiert. Dies erwies sich nicht als statistisch signifikant verschieden von den Werten der Patienten, die keine präoperative Chemoprophylaxe erhielten. In der wissenschaftlichen Literatur wird veranschlagt, dass die Rate der Patienten, die einen solchen Caprini-Score aufweisen und eine allgemeine chirurgische Intervention ohne Prophylaxe venöser Thromboembolien durchlaufen, bei 3,7 % liegt. Das Fazit der Autoren: Das Caprini-Modell zur Risikoberechnung venöser Thromboembolien nach extrakraniellen otologischen Operationen erscheint als zu hoch gegriffen. (am)
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