Postpartale Depressionen: Hohes Risiko für Rezidive

Postpartale affektive Störungen, darunter die postpartale Depression (PPD), betreffen mehr als 1/200 Frauen ohne psychiatrische Episoden in der Anamnese und erhöhen das Risiko für eine spätere affektive Erkrankung.

Zu diesem Ergebnis kommen Marie-Louise Rasmussen vom Statens Serum Institut, Dänemark, und ihre Kollegen in einer neuen Studie in „PLOS Medicine“.

Die Forscher analysierten Daten dänischer nationaler Register zu 457.317 Frauen, die ihr erstes Kind (und nachfolgende Geburten) im Zeitraum 1996-2013 bekamen, keine früheren Kontakte zu psychiatrischen Kliniken aufwiesen und zuvor keine Antidepressiva genommen hatten. Als postpartale AD wurde das Einlösen eines Rezepts für Antidepressiva oder ein Krankenhauskontakt aufgrund einer Depression innerhalb von sechs Monaten nach der Geburt definiert.

In der dänischen Kohorte führten 0,6% aller Geburten bei Frauen ohne psychiatrische Vorgeschichte zu einer postpartalen AD. Ein Jahr nach ihrer ersten Behandlung wurden 27,9% der Frauen immer noch behandelt, nach 4 Jahren 5,4%.

Bei Frauen mit einem Krankenhauskontakt nach einer ersten Geburt betrug das Risiko für eine erneute postpartale AD 21%. Die Rezidivrate lag bei Frauen, die nach einer ersten Geburt Antidepressiva nahmen, bei 15%.

Diese Raten bedeuten, dass – verglichen mit Frauen ohne AD in der Vorgeschichte – bei Frauen mit postpartaler AD bei nachfolgenden Geburten eine postpartale AD um 46- respektive 27-mal häufiger auftritt.

 

Literatur:
PLoS Med 14(9): e1002392

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