Prädiabetes-Behandlung kann Risiko von Herz- und Nierenerkrankungen bei Überlebenden von Krebs im Kindesalter verringern

Foto: © syahrir/stock.adobe.com

Forscher des St. Jude Children’s Research Hospital, USA, fanden heraus, dass Krebsüberlebende ein doppelt so hohes Risiko für Prädiabetes haben wie die Allgemeinbevölkerung, was ihr Risiko für andere lebensbedrohliche Krankheiten erhöht.

Eine Studie des St. Jude Children’s Research Hospital beleuchtet die Häufigkeit von Prädiabetes und Diabetes bei Überlebenden von Krebs im Kindesalter, um eine bessere Prävention und Behandlung zu ermöglichen. Menschen, die im Kindesalter an Krebs erkrankt waren, können früher chronische Erkrankungen wie Diabetes entwickeln, die typischerweise bei älteren Menschen auftreten.

Die Forscher fanden heraus, dass Krebsüberlebende ein doppelt so hohes Risiko haben, an Prädiabetes zu erkranken wie die Allgemeinbevölkerung, was ihr Risiko für andere lebensbedrohliche Krankheiten erhöht. Veränderungen des Lebensstils und andere Interventionen können in der Allgemeinbevölkerung positiv auf ein Prädiabetes einwirken, was auf das Potenzial hindeutet, auch die Lebens- und Gesundheitsspanne der Krebsüberlebenden zu verbessern. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Oncology“ veröffentlicht.

„Eines der auffälligsten Merkmale war die sehr hohe Prävalenz von Prädiabetes in einem so jungen Alter bei Überlebenden“, kommentiert Stephanie Dixon, vom St. Jude Department of Oncology. „Das Problem besteht darin, dass mit der Zeit immer mehr Menschen an Diabetes erkranken. Wenn Sie also im Alter von 20 Jahren Prädiabetes entwickeln, ist Ihr lebenslanges Risiko für Diabetes und damit verbundene Begleiterkrankungen, einschließlich atherosklerotischer Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Nierenerkrankungen, viel höher als wenn Sie im Alter von 40 oder 50 Jahren Prädiabetes entwickeln, was in der Allgemeinbevölkerung häufig vorkommt“, fügt sie hinzu.

Prädiabetes kann durch eine Änderung des Lebensstils wie gesunde Ernährung und Bewegung sowie durch Medikamente behandelt werden, um das Fortschreiten von Diabetes und Folgeerkrankungen zu verhindern. Die Studie legt nahe, dass dieser Ansatz den Krebsüberlebenden zugute kommen könnte. Allerdings sind optimale Strategien zur Verringerung des Fortschreitens von Diabetes bei prädiabetischen Überlebenden noch unbekannt.

Vorbeugung von Diabeteserkrankungen zum Schutz von Krebsüberlebenden

Es ist bekannt, dass der Blutzuckerspiegel auf natürliche Weise schwankt. Die Ergebnisse legen nahe, dass selbst ein geringer Anstieg des Blutzuckerspiegels als Zeichen dafür gewertet werden sollte, bei Überlebenden Lebensstil-Interventionen einzuleiten, um deren Herz und Nieren zu schützen. Der Schlüssel zur Vorbeugung von Krankheiten liegt darin, Überlebende mit Prädiabetes so früh wie möglich zu identifizieren.

„Wir müssen den Überlebenden helfen, zu verstehen, dass Prädiabetes tatsächlich ein Frühwarnzeichen ist, das darauf hinweist, dass Sie etwas tun müssen, sei es eine Änderung Ihres Lebensstils, die Einnahme von Medikamenten oder die Weiterführung der Grundversorgung“, betont Dixon. „Aber das muss damit beginnen, dass Ärzte feststellen, wann ein Überlebender Prädiabetes entwickelt hat, und ihn dann über die Bedeutung der Diabetesprävention und -nachsorge beraten“, fügt sie hinzu.

Prädiabetes im Zusammenhang mit Herz- und Nierenproblemen

Herz-Kreislauf-Erkrankungen treten häufig bei Menschen mit Diabetes auf, es war jedoch unklar, ob dieses Risiko auch bei jüngeren Überlebenden besteht. Die Ergebnisse zeigten, dass bei Überlebenden mit Diabetes das Risiko eines Herzinfarkts doppelt so hoch ist wie bei Überlebenden mit normalen Blutzuckerwerten. Diese Auswirkungen blieben auch unter Berücksichtigung möglicher Organschäden während der Krebsbehandlung bestehen.

„Bei Herz-Kreislauf-Erkrankungen insgesamt war Diabetes allein mit einem statistisch signifikanten Anstieg des Risikos verbunden“, erklärt Dixon. „Aber als wir es aufschlüsselten, fanden wir ein deutlich erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt bei Menschen mit Prädiabetes und dann für Kardiomyopathie oder Herzinsuffizienz und Schlaganfall bei Menschen mit Diabetes“, fährt sie fort.

Neben dem kardiovaskulären Risiko waren insbesondere die Resultate zu chronischen Nierenerkrankungen besorgniserregend. Die Forscher beobachteten bei Überlebenden mit Prädiabetes oder Diabetes ein dreimal höheres Risiko einer chronischen Nierenerkrankung. Die Studie ist ein erster Schritt zur Identifizierung der Folgen von Prädiabetes bei Krebsüberlebenden, was zukünftige Forschungen zur Anpassung von Ansätzen zum Schutz dieser Patienten anregen wird. „Wir sollten über Interventionen nachdenken, um das Risiko in dieser Population von prädiabetischen und diabetischen Krebsüberlebenden zu mindern, damit sie ein längeres und gesünderes Leben führen können“, sagt Dixon abschließend.