Prävention für Jung und Alt: Unfallrisiken erkennen und senken25. Oktober 2018 Christopher Spering präsentiert auf dem DKOU die neue reflektierende Mütze der DGOU. (Foto: Biermann Medizin, hr) Auf dem DKOU stellen Experten eine Reihe von Konzepten und Präventionsprogrammen für Jung und Alt vor, die dabei helfen sollen, für alltägliche Unfallrisiken zu sensibilsieren und somit Unfälle zu vermeiden. Ulrich Liener (Foto: Biermann Medzin, hr) Prof. Ulrich Liener, Vorsiztender der AG Alterstraumatologie der DGU machte sich auf dem DKOU dafür stark, die zunehmende Zahl verunfallter älterer Menschen ernst zu nehmen und mit gezielten Konzepten dagegen vorzugehen. Denn er erwartet „in den nächsten Jahren eine Verdopplung bis Verdreifachung der Traumata betagter Menschen“. Ihre Behandlung müsse verbessert werden, um das damit verbundene menschliche Leid zu reduzieren, aber auch die enormen Behandlungskosten zu senken. „Dafür müssen wir verstärkt interdisziplinär und multiprofessionell zusammenarbeiten“, forderte Liener. Vom Unfallchirurgen über den Geriater bis hin zur Physiotherapie, der Pfelge und den Sozialdienst müssten alle in die Behandlung eingebunden sein. So habe eine Studie aus Stuttgart beispielsweise gezeigt, dass – hochgerechnet auf Deutschland – durch eine interdisziplinäre Behandlung das Leben von bis zu 4000 Menschen im Jahr gerettet werden könnte. Das Weißbuch Alterstraumatologie der DGU helfe dabei, eine leitliniengerechte und strukturierte alterstraumatologische Versorgung sicherzustellen und einem ganzheitlichen Therapieansatz gerecht zu werden. „Denn wir haben es mit komplexen Patienten zu tun, die in der Regel eine Reihe von Begleiterkrankungen (z. B. Herz, Nieren oder Osteoporose) mitbringen, die es für eine erfolgreiche Therapie zu beachten gilt. So könnten zum Beispiel schon bei der Patientenaufnahme Risiken für ein Delir erkannt werden, frühe Mobilisationen nach OPs eingeleitet oder bei der Rückkehr in die Häuslichkeit Umgebungsanpassungen – wie etwa Haltegriffe im Bad oder eine bessere Beleuchtung – organisiert werden. Im Verkehr: defensiv, kommunikativ und sichtbar Dr. Christopher Spering, Leiter der AG “Prävention von Verletzungen” der DGU fokussierte auf das Thema Verkehssicherheit. “Von 4,5 Millionen Verkehrsunfällen mit Personenschaden pro Jahr sind 34.000 schwerstverletzt, mit oft dramatischen lebensverändernden Konsequenzen”, berichtete er. Daher sehe man sich in der Pflicht für diese Gefahren zu sensibilisieren. Ein erfolgreiches Beispiel dafür sei das bereits P.A.R.T.Y.-Programm, dass sich gezielt an Jugendliche richtet, um bessere Risikoabschätzungen treffen zu können und verantwortungsvolle und clevere Entscheidungen im Verkehrsalltag zu treffen. Dafür werden zum Beispiel Schulklassen in Unfallkliniken eingeladen, um hautnah zu erfahren, wohin unbedachtes Verhalten im Verkehr führen kann. Positiv sei, wenn etwa nach dem Besuch einer Berufsschulklasse von Mechatronikern einer das Fazit gezogen habe: “Es ist total cool megaschnell zu fahren, aber es ist auch cool zuhause anzukommen.” Zudem plädierte der Oberarzt an der Klinik für Unfallchirurgie, Orthopädie und Plastische Chirurgie Göttingen – insbesondere im Hinbilick auf die anstehende dunkele Jahreszeit – für ein defensiveres Verhalten im Straßenverkehr; dies gelte vor allem für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Fußgänger oder Radfahrer, die bei Unfällen in der Regel das größere Risiko tragen, ganz nach dem Motto “Der Klügere gibt nach”. Des Weiteren riet er zu mehr Kommunikation im Straßenverkehr – beispielsweise durch Blickkontakte zwischen den Verkehrsteinehmern –, die deren Sicherheit erhöht. Der Jahreszeit entsprechend präsentierte Spering schließlich die neue DGOU-Mütze, in der eine reflektierende Folie eingestrickt ist. Sie soll im Rahmen der Kampagne „Mit Sicherheit durch den Winter“ vor allem Fußgänger sichtbarer machen und so helfen, Unfälle zu vermeiden. (hr)
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