Preis für Arbeit zur Koinzidenz von rheumatoider Arthritis und Diabetes14. Oktober 2019 Foto: © Pixel-Shot, AdobeStock Das Deutsche Netzwerk Versorgungsforschung (DNVF) e.V. vergibt den Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreis in diesem Jahr für eine Untersuchung zur Koinzidenz von Diabetes und rheumatoider Arthritis. Die 20-köpfige Jury wählte im Gutachterverfahren die Arbeit der Preisträgerin Dr. Katinka Albrecht aufgrund des versorgungsrelevanten Themas und der guten Einbindung in die vorhandene Evidenz aus. Bei entzündlich-rheumatischen Erkrankungen sind Begleiterkrankungen häufig und erschweren die Wahl der therapeutischen Möglichkeiten. Wechselwirkungen zwischen metabolischen Stoffwechselerkrankungen und entzündlichen Gelenkerkrankungen beeinflussen den Krankheitsverlauf und erhöhen die Belastungen für Betroffene. Versicherte mit rheumatoider Arthritis mit und ohne Diabetes mellitus wurden zu ihrer rheumatologischen Versorgung und Krankheitsbelastung befragt. 20 Prozent der 2.500 befragten Personen mit rheumatoider Arthritis hatten auch eine Diabetes-mellitus-Diagnose. Diabetes kam häufiger vor bei Männern, bei älteren Menschen, bei gleichzeitig bestehender Adipositas und bei Personen mit einem niedrigen Haushaltseinkommen. Von Diabetes und Arthritis Betroffene wurden seltener von Rheumatologen behandelt und seltener mit Antirheumatika versorgt als Personen mit Arthritis, die keine zusätzliche Diabetes-Diagnose hatten. Sie waren häufiger im Krankenhaus und hatten weitaus häufiger weitere kardiovaskuläre Begleiterkrankungen, Nierenerkrankungen sowie Depressionsdiagnosen. Die Studie bestätigt, dass Diabetes eine häufige und relevante Begleiterkrankung der rheumatoiden Arthritis ist. Die Betroffenen haben eine hohe Wahrscheinlichkeit für weitere Begleiterkrankungen und benötigen eine gute fachärztliche Versorgung. Die Krankheitskontrolle der Arthritis mit spezifischer antirheumatischer Therapie ist bei Patienten mit gleichzeitig bestehendem Diabetes umso wichtiger, um weitere Folgeschäden zu vermeiden. Der mit 2.500 € dotierte Preis wird in Gedenken an das DNVF-Ehrenmitglied Herrn Prof. Dr. Wilfried Lorenz in diesem Jahr zum fünften Mal vergeben. Prof. Lorenz hat sich viele Jahrzehnte um die Versorgungsforschung verdient gemacht. Die Vergabe des Wilfried-Lorenz-Versorgungsforschungspreises 2019 fand im Rahmen der Eröffnungsfeier des 18. Deutschen Kongresses für Versorgungsforschung, am 9. Oktober in der Urania Berlin durch die Vorsitzende des DNVF, Frau Prof. Dr. Monika Klinkhammer-Schalke, und den Vorsitzenden der Jury, Herrn Prof. Max Geraedts, statt. Über Wilfried Lorenz Der Namensgeber des Preises, Prof. Wilfried Lorenz, studierte Medizin und promovierte in München, wo er 1969 für klinische Chemie habilitiert wurde. Ab 1970 war er Leiter der Abteilung für experimentelle Chirurgie und pathologische Biochemie an der Chirurgischen Klinik des Universitätsklinikums. Dort leitete er ab 1998 das Institut für Theoretische Chirurgie an der Phillips Universität Marburg. Über tausend, meist in Englisch und Deutsch, aber auch in Französisch und Spanisch wissenschaftliche Beiträge zeugen von seiner großen Schaffenskraft. Er war Ehrenmitglied des Deutschen Netzwerks und auf dem Gebiet der Versorgungsforschung wegbereitend tätig. Zahlreiche nationale und internationale Ehrungen bezeugen seine hohe Reputation, so das Verdienstkreuz der Bundesrepublik Deutschland und die Euricius-Cordus-Medaille der Marburger Universitätsmedizin für sein Lebenswerk. Prof. Wilfried Lorenz ist 2014 verstorben.
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