Preisträger der GRC-Preise 2023 stehen fest

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Der Deutsche Rat für Wiederbelebung (GRC) gab jüngst die Preisträgerinnen und Preisträger für den GRC-Aktionspreis und den GRC-Young Investigator Award bekannt. Die offizielle Ehrung findet im September auf dem GRC-Reanimationsdialog 2024 in Köln statt. 

Letztes Jahr hat der GRC wieder zwei GRC-Preise ausgeschrieben. Bis zum Ende des Jahres 2023 wurden zahlreiche Bewerbungen für den GRC-Aktionspreis und den GRC-Young Investigator Award entgegengenommen.

Der GRC-Aktionspreis

Mit dem GRC-Aktionspreis werden Menschen ausgezeichnet, die durch Ihr Engagement den Zielen des GRC in Deutschland in besonderer Weise gedient haben. Preiswürdig können sowohl Projekte zur Förderung der Wiederbelebung (z.B. durch öffentlichkeitswirksame Aktionen, Einführung eines Systems zur Verbesserung der Überlebensquote, Community-Projekte; etc.) als auch eine erfolgreiche Reanimation – die durch das gute Zusammenwirken vieler Menschen gelungen ist – sein.

Im Februar 2024 wurden die Bewerbungen durch den Vorstand des GRC gesichtet, wobei „19 großartige Bewerbungen“, so der GRC, auf der GRC-Website zur öffentlichen Abstimmung dargestellt wurden. Der Fachgesellschaft zufolge gaben mehr als 5000 Menschen ihre Stimme ab und votierten für die Bewerberinnen und Bewerber des GRC-Aktionspreises. Zwei Bewerbungen hätten genau die gleiche Anzahl an Stimmen erhalten, daher gebe es dieses Jahr zwei Preisträger. „Wir freuen uns sehr für die beiden Projekte ‚Notfallheld‘ und ,First Aid For All‘, die jeweils 14 Prozent der Stimmen erhielten“, heißt es in der Mitteilung des GRC.

Der Notfallheld-Kindernotfallkurs ist ein kostenloses Unterrichtsprojekt für
Grundschülerinnen und Grundschüler zur Anleitung in der Erstversorgung kleiner Unfälle, Erlernen der Rettungskette und Durchführung der Basis-Laienreanimation. Mit viel Spaß und praktischem Wissen erlernen Kinder den Leitsatz „Prüfen-Rufen-Drücken“, denn „um
Leben zu retten ist man nie zu jung“.

First Aid For All Hannover sind Studierende der Medizinischen Hochschule Hannover,
deren gemeinsames Ziel es ist, die Reanimationsausbildung als festen Bestandteil des
Lehrplans in Niedersachsens Schulen zu etablieren. Die Projektträger streben eigenen Angaben zufolge danach, dass Kinder und Jugendliche frühzeitig in der Schule die Bedeutung von Reanimation verstehen, Wiederbelebungsmaßnahmen erlernen und diese regelmäßig üben können, um ein lebenslanges Wissen dieser lebensrettenden Maßnahme zu etablieren. So habe man in den letzten 2,5 Jahren mehr als 2400 Kinder und Jugendliche in den Schulen Hannovers geschult.

Der GRC-Young Investigator Award

Mit dem GRC-Young Investigator Award wird das Engagement junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in der Reanimations-Forschung ausgezeichnet. Preiswürdig
sind laufende oder geplante wissenschaftliche Projekte als auch bereits publizierte Arbeiten. Die Fachjury sichtete im Januar 2024 die Bewerbungen und traf eine Entscheidung. In diesem Jahr hat sich der GRC erstmalig aufgrund der herausragenden Qualität der Bewerbungen für zwei Personen als Preisträger entschieden. Die Preisträger sind Maximilian Kraft aus dem Universitätsklinikum Heidelberg mit dem Projekt „Unterschiede in der Qualität der Laienreanimation bei männlichen und weiblichen Reanimationsmodellen“ und Dr. Fabian Voß aus dem Universitätsklinikum Düsseldorf mit dem Projekt „Accredited Cardiac Arrest Centers Facilitate eCPR and Improve Neurological Outcome“.

Basierend auf vorherigen Studien ist bekannt, dass an öffentlichen Plätzen
Frauen eine geringere Rate an Wiederbelebungsmaßnahmen durch Laien erhalten
verglichen mit Männern. Diese Tatsache führt zu einem verringerten Überleben bei
Frauen nach außerklinischem Herzstillstand. Wenn eine Laienreanimation durchgeführt wird, haben Frauen weiterhin ein schlechteres Überleben im Vergleich zu Männern. Dies bringt die Frage auf, ob die Laienreanimation bei Frauen suffizient durchgeführt wird. Im Rahmen von Krafts randomisierter kontrollierter Cross-over-Studie mit verschiedenen
Reanimationsmodellen sollen verschiedene Aspekte der Laienreanimation in einem
simulierten Umfeld evaluiert werden.

Zur Optimierung der Versorgung von Patienten, welche einen außerklinischen Herz-Kreislaufstillstand erlitten haben, wurden durch die GRC Kriterien zur Zertifizierung von Cardiac Arrest Centern (CAC) festgelegt, so dass seit einer Pilotphase in 2019 zunehmend entsprechende Zentren zertifiziert wurden. Im Rahmen des Projektes von Voß wurde der Einfluss der Einführung der CAC-Zertifizierung auf die Patientenversorgung, sowie relevante Outcome-Parameter (Überleben bzw. neurologischer Status bei Entlassung aus dem Krankenhaus) retrospektiv an drei Universitätskliniken untersucht. Es konnte gezeigt werden, dass nach CAC-Zertifizierung die Anzahl der überlebenden Patientinnen und Patienten stabil bleibt, der neurologische Status allerdings besser war als vor der Zertifizierung.

„Wir sind sehr froh und stolz auf die große Zahl an Bewerbungen, die wir auf unsere Ausschreibungen erhalten haben. All diese großartigen Projekte werden helfen, zahlreiche Menschenleben zusätzlich zu retten. Wir werden die GRC-Preise im Laufe dieses Jahres erneut ausschreiben“, so Univ.-Prof. Bernd W. Böttiger, Vorstandsvorsitzender des GRC.