Pressetalk: KI, Chancen und Herausforderungen der Augenheilkunde11. März 2026 Im Pressetalk diskutierten Dr. Bernhard Bambas, der die Moderation übernahm, Daniel Pleger und Prof. Claus Cursiefen (v. l.)über aktuelle Themen der Ophthalmologie.Bild:©Schulz/Biermann Medizin Deutschlands größter augenheilkundlicher Fortbildungskongress, die Augenärztliche Akademie Deutschland (AAD) ist gestartet. Zum 26. Mal laden der Berufsverband der Augenärztinnen und Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA) und die Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft (DOG) zur Tagung ins Congress Center Düsseldorf (CCD) ein. Im Pressetalk erklärten der erste BVA-Vorsitzende Daniel Pleger und DOG-Generalsekretär Prof. Claus Curiefen, warum die AAD weiterhin relevant bleibt. Zudem widmeten sie sich den aktuellen Themen der Ophthalmologie. „Nach dem 25-jährigen Jubiläum im vergangenen Jahr freuen wir uns, auch in diesem Jahr wieder ein abwechslungsreiches Kursprogramm anbieten zu können“, so Cursiefen. „Alle Kongresstage beginnen mit interessanten Key-Note-Lectures zu diversen, aktuellen Themen wie Abnehm-Medikamente und Auge oder Neues zur Therapie der Meibom-Drüsen-Dysfunktion.“ Neben den beliebten Klassikern zur Abrechnung, IVOM, Dry- und Wetlabs, machen rund 30 Prozent des Kursprogramms gänzlich neue Kurse aus. „Mit dem AAD-Niederlassungstrack haben wir zum Beispiel ein Angebot explizit für Ärztinnen und Ärzte mit dem Wunsch, sich in eigener Praxis niederzulassen, geschaffen“, berichtet Pleger. Der Track bündelt fünf Kurse, die alles Wichtige rund um die eigene Praxisgründung beinhaltet: Aufeinander aufbauend, kompakt und praxisnah. Auch das berufspolitische Seminar wurde in diesem Jahr überarbeitet: Es findet Freitagmittag mit einem Schwerpunkt auf die jungen augenärztlichen Kolleginnen und Kollegen statt. „Wir laden zu Podiumsdiskussionen mit zahlreichen Mandatsträgerinnen und Mandatsträgern ein und zeigen, welche Rolle der BVA für die freie Berufsausübung spielt.“, berichtete Pleger. Auge goes Wacken 2.0 Dass nicht nur die Fortbildung zu den Herzensthemen von BVA und DOG gehört, haben beide Organisationen im vergangenen Jahr gezeigt. Zur „Ophthalmologischen Silberhochzeit“ im vergangenen Jahr haben BVA und DOG mit „Auge goes Wacken“ eine Aufklärungsaktion der besonderen Art gestartet. „Wir waren mit Vertreterinnen und Vertretern beider Organisationen auf dem Heavy Metal Festival Wacken Open-Air und haben mit den Menschen vor Ort über die Bedeutung der augenheilkundlichen Vorsorgeuntersuchungen gesprochen“, berichtete Pleger. „Zudem starteten wir die Aktion #SpendeamEnde. Wir werben für die Möglichkeit, nach dem Tod die eigene Hornhaut zu spenden, um andere Menschen wieder sehend zu machen“, ergänzte Cursiefen. Nach der sehr guten Resonanz im vergangenen Jahr haben sich beide Parteien entschieden, die Aktion in diesem Jahr fortzusetzen. „Wir freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder als Kooperationspartner auf dem W:O:A dabei sein werden“, so Pleger. Augenscreenings: Kommerz ersetzt keine Kompetenz Ein Thema, das den BVA nach wie vor beschäftigt sind Augenscreeningangebote kommerzieller Drittanbieter. „Wir sehen zahlreiche Anbieter, die auf den Markt strömen und sog. Augenscreenings anbieten. Der BVA lehnt dies grundsätzlich ab“, verdeutlichte Pleger während des Talks. Falsch auffällige Befunde führen zu verunsicherten Kundinnen und Kunden, die dann letztlich doch durch das Gesundheitssystem aufgefangen werden, wenn sie zur finalen Abklärung eine augenärztliche Praxis aufsuchen müssen. „Noch gravierender sind hingegen falsch unauffällige Ergebnisse, die in trügerischer Sicherheit wähnen.“ Krankenhausreform: Augenheilkunde mit eigener Leistungsgruppe Die Krankenhausreform hat die gesundheitspolitische Debatte in den letzten Monaten geprägt. Der Generalsekretär der DOG zieht ein positives Fazit zur Krankenhausreform für die Augenheilkunde: „Es ist gelungen, eine eigene Leistungsgruppe für die Augenheilkunde zu erhalten. Das ist für eine qualitativ hochwertige Versorgung der Patientinnen und Patienten ein sehr wichtiger Schritt, weil hiermit klare Qualitätskriterien verbunden sind“, so Cursiefen. Für die Zukunft sei wichtig, dass die verbliebenen stationären Kompetenzzentren in der schon weitgehend ambulantisierten Augenheilkunde erhalten bleiben. „Ebenso sind die augenspezifischen Kontextfaktoren von großer Bedeutung, damit wir auch weiterhin – wenn nötig – komplexe Patienten stationär behandeln können“, so Cursiefen. Die AAD findet vom 11. – 14. März 2026 in Düsseldorf statt. Sie gilt als größter augenheilkundlicher Fortbildungskongress in Deutschland.
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