Primäre retroperitoneale Lymphknotendissektion erspart Patienten Chemotherapie

Grafik: Artur – stock.adobe.com

Die primäre retroperitoneale Lymphknotendissektion bei reinen Seminomen mit Metastasen geringen Volumens im Retroperitoneum ist sicher und wirksam und ermöglicht es den meisten Patienten, langfristige Toxizitäten durch Chemotherapie oder Bestrahlung zu vermeiden.

Dies ist das Ergebnis einer retrospektiven Fallserie des Sidney Kimmel Center for Prostate and Urologic Cancers in New York (USA) über einen Zeitraum von 10 Jahren.

Richard S. Matulewicz und Kollegen berichten im „Journal of Urology“ über die pathologischen und onkologischen Ergebnisse von Patienten mit reinem Seminom, die an ihrer Einrichtung mit einer primären retroperitonealen Lymphknotendissektion behandelt wurden. Der primäre Endpunkt war das rezidivfreie 2-Jahres-Überleben, stratifiziert nach adjuvanter Managementstrategie (Überwachung vs. adjuvante Chemotherapie).

Die Autoren identifizierten 45 Patienten, auf welche die genannten Kriterien zutrafen. Die mediane Größe des größten Lymphknotens vor der Operation belief sich auf 1,8 cm. Bei 96% (n=43) der Patienten wurden lebensfähige Keimzelltumoren gefunden, bei denen es sich ausschließlich um reine Seminome handelte. Die mediane Anzahl positiver und entfernter Lymphknoten betrug 2 bzw. 54. Der Größenmedian der positiven pathologischen Lymphknoten lag bei 2 cm (IQR 1,4–2,5 cm; Bereich 0,1–5 cm). 4 von 29 Patienten, die sich einer postoperativen Über­wachung unterzogen, erlitten einen Rückfall. Das rezidivfreie 2-Jahres-Überleben betrug 81%. Die mediane Nachbeobachtungszeit für diejenigen, die sich überwachen ließen und keinen Rückfall erlitten, lag bei 18,5 Monaten. Es gab keine Rezidive im Retroperitoneum, viszerale Rezidive oder Todesfälle. Unter den 16 Patienten, die eine adjuvante Behandlung erhielten, kam es bei einem Patienten nach 19 Monaten zu einem Rückfall im Becken.

(ms)