pro familia fordert: Verhütung und Schwangerschaftsabbruch absichern8. März 2026 pro familia fordert sichere Verhütung und Schwangerschaftsabbrüche für alle. (Bild: © amazing studio/stock.adobe.com) Zum Internationalen Frauentag fordert pro familia einen gleichberechtigten Zugang zurreproduktiven Gesundheitsversorgung in ganz Deutschland. Verhütung darf laut pro familia kein Luxus sein, ein Schwangerschaftsabbruch keine Tagesreise bedeuten. Doch für viele Menschen in Deutschland ist genau das Realität. Zum InternationalenFrauentag am 8. März macht pro familia deutlich: Selbstbestimmte Familienplanung hängthierzulande vom Wohnort und vom Einkommen ab. Der Verband fordert die Politik auf,einen gleichberechtigten Zugang zur reproduktiven Gesundheitsversorgung sicherzustellen –durch die Kostenübernahme von Verhütungsmitteln und Schwangerschaftsabbrüchen sowiedurch eine verlässliche regionale Versorgung. Verhütung: Die Postleitzahl entscheidet Ob die Pille, Spirale oder andere Verhütungsmittel bezahlbar sind, ist für Menschen mitgeringem Einkommen eine existenzielle Frage. Trotzdem gibt es bisher keinebundesgesetzliche Regelung zur Kostenübernahme. Stattdessen entstehen regionaleEinzelmodelle – freiwillig, befristet und abhängig von der Haushaltslage. Muss die Kommunesparen, werden sie gestrichen. Wer in einer Region lebt, die ein solches Modell anbietet, hatGlück. Wer in einem anderen Einzugsgebiet wohnt, zahlt selbst. Eine bundesweite Strategiefehlt. Nicht verschreibungspflichtige Verhütungsmittel oder Kondome sind grundsätzlichausgeschlossen. Einen geregelten Zugang statt Zufall, das fordert pro familia. Schwangerschaftsabbruch: Versorgungslücken sind Realität Die Ergebnisse der ELSA-Studie zeigen deutlich: In mehreren Regionen Deutschlands ist derZugang zum Schwangerschaftsabbruch mit weiten Wegen und strukturellen Hürdenverbunden – besonders in Bayern, auch in Teilen von Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg. In einigen Gegenden müssen Betroffene lange Anfahrtswege in Kauf nehmen und zusätzliche Kosten stemmen. Mehr als jede fünfte befragte Frau gab in der Studie an, dass sie die Finanzierung des Schwangerschaftsabbruchs vor erhebliche Schwierigkeiten stellt. Zudem zeigt die Erfahrung unserer Beratungsstellen vor Ort: Die reine Zahl der medizinischen Einrichtungen sagt wenig über die tatsächliche Versorgung aus. So bieten viele Praxen Schwangerschaftsabbrüche nur gelegentlich an – und häufig nur nach einer der beiden Methoden, entweder operativ oder medikamentös. Die Bundesländer sind gesetzlich verpflichtet, eine ausreichende medizinische Versorgungsicherzustellen. Dieser Auftrag wird laut pro familia unter anderem dort gefährdet, wo konfessionelle Kliniken Schwangerschaftsabbrüche grundsätzlich nicht durchführen. Es liegt in der Verantwortung der Länder zu prüfen, ob dadurch Versorgungslücken entstehen – und diese im Nachgang zu schließen. Politische Zusagen sollen umgesetzt werden Die Regierungskoalition hat im Koalitionsvertrag eine Kostenübernahmeregelung für Schwangerschaftsabbrüche in Aussicht gestellt. Diesen Ankündigungen müssen laut pro familia konkrete gesetzliche Schritte folgen. „Selbstbestimmung endet in Deutschland noch immer an finanziellen und regionalen Grenzen“, sagt Monika Börding, Vorsitzende des pro familia Bundesverbands. „Reproduktive Rechte sind Menschenrechte. Und Menschenrechte dürfen weder vom Geldbeutel noch von der Postleitzahl abhängen.“ pro familia fordert: eine bundesweite gesetzliche Regelung zur Kostenübernahme von Verhütungsmitteln die vollständige Kostenübernahme von Schwangerschaftsabbrüchen eine flächendeckende, wohnortnahe medizinische Versorgung eine klare Wahrnehmung der Versorgungsverantwortung durch die Bundesländer. Der Zugang zur reproduktiven Gesundheitsversorgung darf laut pro familia kein Zufall sein. Er sei Voraussetzung für Gleichstellung – in Deutschland und weltweit.
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