Protesttag zur Gleichstellung Behinderter: Unsichtbare Barrieren sichtbar machen

Symbolbild. Foto: © Pixel-Shot – stock.adobe.com

Drei einfache Maßnahmen können auch sehbeeinträchtigten und blinden Menschen den Zugang zu wichtigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens erhalten. Pro Retina Deutschland e. V. stellt sie anlässlich des heutigen Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung vor.

Seheingeschränkte und blinde Menschen stoßen in Deutschland immer noch an Hindernisse, die eine soziale Teilhabe erschweren oder sogar unmöglich machen. Dabei wären manche Barrieren mit geringem Aufwand zu beseitigen. Drei Maßnahmen, mit denen diese Barrieren leicht zu beheben sind, stellt Pro Retina, Selbsthilfevereinigung von Menschen mit Netzhautdegenerationen, ins Zentrum des Europäischen Protesttages zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, der jährlich am 5. Mai stattfindet.

Die drei Maßnahmen:
1. kontrastreiche Markierungen von Stufenvorderkanten,
2. Ampeln mit Zusatzeinrichtung für seheingeschränkte und blinde Menschen,
3. freier Zutritt für Assistenzhunde bei Behörden, in Supermärkten, Kliniken, bei Ärzten und anderen Einrichtungen des täglichen Lebens.

“Durch diese drei einfachen Maßnahmen erhalten auch sehbeeinträchtigte und blinde Menschen Zugang zu wichtigen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens”, betont Pro Retina. “Zudem erweitern diese Hilfen ihre Mobilität und verringern das Risiko zu verunfallen. Damit eröffnen sie eine Teilhabe am Leben und verbessern die Lebensqualität.”

Die Selbsthilfevereinigung appelliert daher an Städte und Gemeinden, an die politischen Entscheidungsträger und Leiter von Einrichtungen und Unternehmen: „Mit kleinen Veränderungen können Sie viel erreichen. Zögern Sie nicht länger und setzen Sie ein Zeichen – für die Teilhabe aller Menschen, auch derjenigen mit unsichtbarer Behinderung“, so der Aufruf von Dario Madani, Vorsitzender von Pro Retina Deutschland e. V.

Die enorme Herausforderung von sehbeeinträchtigen und blinden Menschen beschreibt Madani so: „Die Barrieren sind in der Regel unsichtbar, weil sie normal Sehenden nicht als Barriere erscheinen. Hinzu kommt, dass auch die Behinderung von sehbeeinträchtigen und blinden Menschen selbst unsichtbar ist. Daher reagiert die Umwelt bisweilen mit Unverständnis, wenn ein blinder Mensch im Supermarkt, an der Ampel oder an einer Treppe unsicher ist oder sich nicht zurechtfindet.“

Pro Retina erklärt, sie wolle Städte und Gemeinden, aber auch Einrichtungen und Unternehmen bei der Umsetzung dieser Maßnahmen mit dem Know-how ihrer Beraterinnen und Berater unterstützen und halte darüber hinaus auch Materialien zur Barrierefreiheit bereit.

Weitere Informationen unter: www.pro-retina.de

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