Prof. Dick mit IIIC-Goldmedaille geehrt – Appell zu größerem Mut, auch Unbequemes auszusprechen

Prof. Burkhard Dick mit der IIIC-Goldmedaille. Quelle: Fotoabteilung, UK Knappschaftskrankenhaus Bochum

Auf dem Jahreskongress der ESCRS in Amsterdam ist Prof. Burkhard Dick, Direktor der Augenklinik am Universitätsklinikum Knappschaftskrankenhaus Bochum, vom International Intra-Ocular Implant Club (IIIC) mit der Gold-Medaille und der zugehörigen Ehrenvorlesung ausgezeichnet worden.

In seiner Lecture mahnte Dick die Durchführung objektiver randomisierter Studien für neue medizinische Techniken an. Er unterstrich die Notwendigkeit, Innovationen im Gesundheitswesen klinisch auf ihren Nutzen und ihre Risiken hin durch neutrale, medizinische Experten, die von der Industrie unabhängig seien, zu untersuchen.

Dick war vom IIIC eingeladen worden, die Gold-Medal-Ehrenvorlesung 2021 zu halten. Der Club war 1966 von dem britischen Augenarzt Sir Harold Ridley gegründet worden, der als “Vater der Intraokularlinse” gilt. Ridley hatte im Zweiten Weltkrieg die Idee entwickelt, Kataraktpatienten mit implantierbaren Kunststofflinsen zu versorgen, nachdem er bei Jagdfliegern gesehen hatte, dass Augenverletzungen durch Splitter von Kabinendächern aus PMMA keineswegs eine Immunreaktion auslösten. Heute ist die Kataraktoperation mit IOL-Implantation der häufigste Eingriff in der Medizin überhaupt und wird in Deutschland aktuell rund 900.000-mal im Jahr durchgeführt.

Dick erinnerte in seiner Ehrenvorlesung daran, dass auf dem Weg zu den heutigen und fast immer gut vertragenen Intraokularlinsen einige Modelle auf den Markt gekommen seien, die zu Komplikationen wie beispielsweise zur Eintrübung geführt hätten, sodass eine operative Entfernung dieser Linsen erforderlich geworden wäre. Um den Patienten derartige Enttäuschungen zu ersparen, müssen Ärzte nach seinen Worten rückhaltlos bei Herstellern und Gesundheitsbehörden Aufklärung über unerwünschte Nebenwirkungen und Effekte einfordern. Dicks Mahnung galt zwar spezifisch der modernen Augenchirurgie, traf jedoch auf den gesamten Gesundheitssektor zu: „Als Ärzte haben wir die Verpflichtung, Unheil von unseren Patienten fernzuhalten. Das Schweigen von Industrie und Institutionen, wenn unsere Warnungen ungelegen kommen, darf uns von unserer Verpflichtung nicht abhalten.“