Prof. Sebastian Haferkamp an der Universitätsmedizin Halle

Prof. Sebastian Haferkamp (© Universitätsmedizin Halle)

Seit dem 1. Januar 2026 hat Prof. Sebastian Haferkamp die Professur für Dermatologie und Venerologie an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg inne.

Mit seiner Berufung übernimmt Haferkamp auch die Leitung der Universitätsklinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie an der Universitätsmedizin Halle. Hier setzt er sich unter anderem für eine effektivere ländliche Versorgung ein, etwa mithilfe der Teledermatologie.

Schwerpunkt Melanom

Ein besonderer Schwerpunkt von Prof. Sebastian Haferkamp ist der schwarze Hautkrebs: „In Deutschland ist das maligne Melanom mit über 23.000 Neuerkrankungen pro Jahr eine häufige Krebserkrankung, die im Vergleich zu anderen Tumoren auch zu erheblichen Teilen bei jüngeren Individuen auftritt. Die Anzahl der Betroffenen nimmt stetig zu“, erklärt der 48-Jährige. Doch wie lässt sich ein bösartiger Hautfleck möglichst effektiv und frühzeitig erkennen? „Neben der klassischen Auflichtmikroskopie setzen wir zukünftig hier in Halle auch 3D-Ganzkörperscanner und KI-gestützte Analysen in der Versorgung und Forschung ein, um auffällige Veränderungen rechtzeitig zu erkennen und die Entstehung von Krebsvorstufen besser zu verstehen.“

In neuen Versorgungskonzepten wie der Teledermatologie oder Satellitenstandorten auf dem Land sieht er insbesondere für Sachsen-Anhalt große Chancen: „Um das von uns Dermatolog:innen empfohlene Hautkrebs-Screening möglichst flächendeckend anbieten zu können, halte ich Körperscanner und Videosprechstunden für ein geeignetes und zukunftsweisendes Instrument. Mein Ziel ist es, ein interdisziplinäres Netzwerk von Haus- und Hautärzt:innen zu etablieren, das an diesen innovativen und modernen Versorgungsstrukturen teilnimmt, um letztendlich die Qualität der Versorgung zu verbessern.“

Forschung zu Metastasen

Wird ein Melanom diagnostiziert, muss zunächst geklärt werden, ob es bereits gestreut hat. Dazu wird normalerweise der sogenannte Wächterlymphknoten operativ entnommen und auf einen Befall untersucht. Haferkamp forscht an verbesserten Methoden, um diese Vorhersage bereits mittels einer Blutprobe und anhand minimaler Veränderungen des Immunsystems treffen zu können. Auf diese Weise soll im weiteren Verlauf auch eine Beurteilung möglich sein, wie gut die Therapie anschlägt.

Genetische Analysen der Tumorzellen können darüber hinaus dabei helfen, die Erkrankung genauer zu kategorisieren und die Therapie im Sinne der personalisierten Krebsmedizin anzupassen. An der Universitätsmedizin Halle bringt Haferkamp seine Expertise als Mitglied des Molekularen Tumorboards ein, in dem verschiedene Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten, um die bestmögliche Therapie für die individuellen Patienten zu entwickeln.

Dass ihm Teamarbeit besonders am Herzen liegt, zeigt sich auch jenseits der Klinik: Seit seinem dritten Lebensjahr ist er passionierter Ruderer und war mehrfach Deutscher- und Landesmeister. Die Benefiz-Initiative „Rudern gegen Krebs“ in Halle (Saale) ist ein fester Termin in seinem Kalender, so der Mediziner.