Prof. Wolfgang Steiner 80 Jahre geworden2. März 2022 Wolfgang Steiner. Foto: privat Mit innovativen Techniken hat der emeritierte Professor für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde der Universitätsmedizin Göttingen den Weg bereitet für heutige funktionserhaltende Behandlungsstrategien bei Kopf-Hals-Tumoren. Prof. Wolfgang Steiner, langjähriger Direktor der Klinik für Hals-, Nasen-, Ohrenheilkunde und Emeritus der Universitätsmedizin Göttingen, wird am 2. März 2022 achtzig Jahre alt. Steiner hatte 21 Jahre, von 1986 bis 2007, die Universitätsprofessur für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde an der Medizinischen Fakultät Göttingen inne. In über 30 Jahren seiner klinischen Tätigkeit beförderte er einen Paradigmenwechsel in der Kopf- und Hals-Chirurgie von der radikalen Tumorchirurgie hin zur minimal invasiven Laserchirurgie.Steiner, 1942 in Crailsheim geboren, absolvierte Schule und Medizinstudium in Erlangen. Nach seiner Approbation zum Arzt im Jahr 1971 ließ er sich an der Universität Erlangen-Nürnberg zum Facharzt in Hals-, Nasen-, Ohren-Heilkunde ausbilden. Im Jahr 1986 wurde er auf die Universitätsprofessur für HNO-Heilkunde an die Universitätsmedizin Göttingen berufen.Der Schwerpunkt seiner Arbeit lag über mehrere Jahrzehnte lang in der Behandlung von Tumoren der oberen Luft- und Speisewege. Mitte der 1970er Jahre galt ein besonderes Engagement der Früherkennung und Nachsorge der oberen Luft-und Speisewege. Die von ihm durchgeführten ersten Reihenuntersuchungen zur Krebsfrüherkennung in Mundhöhle, Rachen und Kehlkopf wurden durch das Bundesgesundheitsministerium für Familie und Gesundheit gefördert. Seine Pionierarbeit auf diesem Gebiet wurde 1984 mit dem Hufeland-Preis gewürdigt.Bereits in den 1970er Jahren führte Steiner am Universitätsklinikum Erlangen die endoskopische Chirurgie bei frühen Stadien des Stimmlippenkrebses ein. Die Ergebnisse waren Gegenstand seiner Habilitationsschrift 1978. Seit diesem Zeitpunkt setzte sich Steiner für die lasermikrochirurgische Behandlung von Tumoren des HNO-Gebietes ein. Mit zunehmender Erfahrung erweiterte er das Indikationsspektrum. Auch größere Tumoren wurden organ- und funktionserhaltend operiert, im Kehlkopf sowie auch Rachen und Mundhöhle. Zunehmend wurde seine CO2-Laser-Chirurgie international auch für größere Tumoren in Hals, Rachen und Mund eingesetzt.Trotz teilweise erheblicher Anfeindungen im In- und Ausland hat Steiner diese Behandlungsmethode erarbeitet und weiterentwickelt. Nationale und internationale Operationskurse, zahlreiche Vorträge und Publikationen führten zur Anerkennung der von Steiner entwickelten Methode.Von 1992 bis 1996 war Steiner Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Onkologie der Deutschen HNO-Gesellschaft. In dieser Zeit hat er auch im Vorstand der AG HNO-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgische Onkologie (AHMO) der Deutschen Krebsgesellschaft mitgewirkt. Seine aktive Mitarbeit bei den fachspezifischen Leitlinien zur Onkologie trug maßgeblich dazu bei, dass die Laserchirurgie als Behandlungsverfahren etabliert wurde.1997/1998 war Steiner Präsident der Deutschen HNO-Gesellschaft, 2000/2001 war er Präsident der Gesellschaft für Endoskopie und bildgebende Verfahren.Steiner erhielt eine Reihe hochrangiger Auszeichnungen nationaler und internationaler Fachgesellschaften. 1997 erhält er in Anerkennung seiner Verdienste um die Entwicklung und Durchsetzung der Laserchirurgie von HNO-Tumoren den Ludwig-Haymann-Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für HNO-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie. Im Jahre 2004 wurde er als erster deutscher Laryngologe zum Honory Fellow of the Royal College of Surgeons of England ernannt. Für seine herausragenden wissenschaftlichen Leistungen auf dem Gebiet der klinischen Krebsforschung erhielt er im Jahre 2005 als erster HNO-Arzt den Deutschen Krebspreis der Deutschen Krebsgesellschaft. 2012 würdigte der Dr.-Fritz-Erler-Fonds der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Steiner als international hoch angesehenen Wissenschaftler und Chirurgen und zeichnet ihn mit dem Dr.-Fritz-Erler-Wissenschaftspreis für operative Medizin aus. Den mit 25.000 Euro dotierten Preis erhielt Steiner für seine bahnbrechende Forschungsleistung auf dem Gebiet der transoralen Laserchirurgie bei Malignomen in der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.
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