Profil von Keimbahnmutationen der DNA-Reparaturgene bei metastasiertem Prostatakrebs

BRCA2-Genprodukt. Grafik: ibreakstock – stock.adobe.com

Französische Wissenschaftler haben die Häufigkeit von Keimbahn-Mutationen in DNA-Schadensreparaturgenen (DNA damage repair genes, DDRg) bei Patienten europäischer und afrikanischer Abstammung mit metastasiertem PCa untersucht. Es zeigt sich: Die Abstammung spielt keine Rolle, aber DDRg-Mutationen sind sehr gefährlich.

Die Arbeitsgruppe um Geraldine Cancel-Tassin vom Hôpital Tenon in Paris, Frankreich, führte eine gezielte Next-Generation-Sequenzierung von 21 DDRg an der Keimbahn-DNA von 557 Patienten mit metastasiertem PCa durch. Darunter waren 15,1% Patienten mit afrikanischer Abstammung.

Bei 46 Patienten der Gesamtkohorte (8,3%) wurden 47 Keimbahnmutationen in 11 DDRg identifiziert. BRCA2 (4,1%) und ATM (2,0%) waren die am häufigsten mutierten Gene. Es gab keinen Unterschied in der DDRg-Mutationshäufigkeit zwischen Patienten europäischer und afrikanischer Abstammung.

Keimbahnmutationen von BRCA2 waren mit einer positiven Familienanamnese für Brustkrebs assoziiert (p=0,02). Das mittlere Alter im metastasierten Stadium (59,7 vs. 67,0; p=0,0003) und das mittlere Alter beim Tod (65,2 vs. 73,9; p=0,0003) waren signifikant niedriger bei Trägern der BRCA2-Mutation als bei Patienten ohne diese Mutation. Darüber hinaus zeigte das Cox-Modell, dass ein positiver BRCA2-Status statistisch mit einem schlechteren Überleben assoziiert war (HR 0,29; 95%-KI 0,18–0,48; p<0,0001).

“Wir haben gezeigt, dass in Frankreich BRCA2 und ATM die wichtigsten prädisponierenden DDRg bei Patienten mit metastasiertem PCa sind, wobei eine besondere Aggressivität für BRCA2 zu einem frühen Metastasenstadium und Tod führt“, resümieren die Autoren.

(ms)