Prognosen zur Krebsmortalität in Europa für 20194. September 2019 © oatawa – stock.adobe.com Bis Krebsstatistiken zur Verfügung stehen, dauert es meist eine Weile. Daher haben Forscher um Matteo Malvezzi von der Universität Mailand die Anzahl der Todesfälle und die Raten aller und einiger bestimmter Krebserkrankungen in der Europäischen Union (EU) prognostiziert. Dafür riefen sie für den Zeitraum 1970–2014 Krebs-Sterbeurkunden und Bevölkerungsdaten aus den Datenbanken der Weltgesundheitsorganisation und von Eurostat ab. Malvezzi und seine Kollegen schätzten die Zahl der Krebstoten in der EU für 2019 auf 1.410.000, was einer altersstandardisierten Rate von 130,9/100.000 Männern (–5,9% seit 2014) und 82,9 Frauen (–3,6%) entspricht. Sie erwarten, dass die Lungenkrebstendenzen bei Frauen zwischen 2014 und 2019 um 4,4% zunehmen und eine Rate von 14,8 erreichen werden. Die projizierte Rate für Brustkrebs geben sie mit 13,4 an. Mit Ausnahme von Bauchspeicheldrüsenkrebs dürften sich die günstigen Tendenzen für die wichtigen Neoplasien fortsetzen. Die Entwicklung der Brustkrebssterblichkeit war in allen 6 betrachteten Ländern mit Ausnahme von Polen günstig. Die stärksten Abnahmen waren bei Frauen zwischen 50 und 69 Jahren (–16,4%) zu verzeichnen. Sie waren jedoch auch im Alter von 20–49 Jahren (–13,8%) festzustellen, während sie im Alter von 70–79 Jahren (–6,1%) eher bescheiden ausfielen. Im Vergleich zum Höchststand von 1988 wurden in der EU im Zeitraum 1989–2019 mehr als 5 Mio. Krebstote vermieden. Davon waren 440.000 Todesfälle aufgrund von Brustkrebs. Fazit Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Krebssterblichkeit bei beiden Geschlechtern weiter zurückgehen wird. Ihren Berechnungen zufolge werden auch die Brustkrebsraten stetig sinken, wenngleich aufgrund der Bevölkerungsalterung die Zahl der Brustkrebs-Todesfälle nicht abnehmen wird. (sf) Autoren: Malvezzi M et al. Korrepondenz: Prof. Carlo La Vecchia; [email protected] Studie: European cancer mortality predictions for the year 2019 with focus on breast cancer Quelle: Ann Oncol 2019;30(5):781–787. Web: https://doi.org/10.1093/annonc/mdz051