Progression von Nierenerkrankungen: Biomarker in Blut und Urin geben Hinweise5. April 2023 Blut- und Urinproben. (Foto: © Henrik Dolle/stock.adobe.com) In einer neuen Studie zu langfristigen Problemen von Krankenhauspatienten mit akuter Nierenschädigung (AKI) haben die Autoren festgestellt, dass höhere Werte bestimmter Biomarker in Urin und Blut eine Vorhersage zum Risiko für die Entwicklung einer Chronischen Nierenerkrankung (CKD) zulassen. Die kürzlich veröffentlichten Ergebnisse der Untersuchung, die im „Journal of Clinical Investigation“ veröffentlicht wurden, könnten möglicherweise das Voranschreiten einer AKI zu einer CNI verhindern. „Etwa 20 Prozent der Krankenhauspatienten entwickeln eine AKI“, erklärt Dr. Chirag Parikh, Direktor der Abteilung für Nephrologie an der Johns Hopkins University School of Medicine (USA) und korrespondierender Autor der Studie. „Sie haben ein drei- bis achtfach erhöhtes Risiko dafür, später im Leben eine Chronische Nierenerkrankung zu entwickeln. Die AKI-Inzidenz im Krankenhaus nimmt weiter zu; deshalb wollten wir verstehen, wie und warum eine AKI zu einer CKD voranschreitet, und ob die Überwachung dieser Patienten im Laufe der Zeit Hinweise auf die Progression der Nierenerkrankung geben kann.“ In einer Kohorte von 656 hospitalisierten Patienten mit AKI maßen die Wissenschaftler zu mehreren Zeitpunkten im Laufe eines Jahres nach der Diagnose sieben Urin- und zwei Plasma-Biomarker für Nierenschäden, Entzündungen und den Zustand der Tubuli. Ziel war es, die Assoziationen von Veränderungen dieser Biomarker in der Längsschnittuntersuchung mit der Progression der Nierenerkrankung nach einer AKI zu bestimmen. Die Studienautoren stellten fest, dass bei jeder Abweichung eine Erhöhung der Veränderung der Biomarker KIM-1, MCP-1 im Urin und TNFRI im Plasma – vom Ausgangswert über einen Zeitraum von zwölf Monaten – mit einem zwei- bis dreifach erhöhten CKD-Risiko verbunden war. Laut Parikh deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass anhaltende Gewebeverletzungen und Entzündungen sowie eine langsamere Wiederherstellung der tubulären Gesundheit mit einem höheren Risiko für das Voranschreiten einer Nierenerkrankung verbunden sind. Die Wissenschaftler beobachteten jedoch auch, dass der Anstieg des Urin-Biomarkers UMOD mit einem um 40 Prozent reduzierten CKD-Risiko verbunden war. „Mit Längsschnittmessungen einiger dieser Proteine kann das Management von Patienten mit AKI nach der Entlassung gesteuert werden. Dieses Management umfasst die Nachsorge durch einen Nephrologen, eine Optimierung von Diabetes- und Herzmedikation und eine exakte Dosierung aller Medikamente bei eingeschränkter Nierenfunktion“, fasst Parikh zusammen. Er betont, dass zu den biologischen Prozessen weiter geforscht werden müsse, um den Übergang von einer AKI zu einer CKD besser zu verstehen.
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