Projekt untersucht Liquid Biopsy beim Prostatakarzinom31. August 2018 In einer Blutprobe stecken Moleküle, die Information über das Rückfallrisiko bei Prostatakrebs geben können. Foto: StudioLaMagica – Fotolia.com Das Verbundprojekt TRANSCAN-2 PROLIPSY untersucht, ob sich die Liquid-Biopsy-Analyse (Flüssigbiopsie) bei Patienten mit hoch aggressiven Prostatakarzinomen als Frühwarnsystem für eine Ausbreitung der Tumorzellen über die Blutbahn eignet. „Wir wollen durch die Anwendung etablierter und neuer Liquid-Biopsy-Analyseverfahren Blutproben von Patienten mit aggressiven Prostatakarzinomen zell- und molekularbiologisch charakterisieren. Die Resultate werden dann zu den schon etablierten Risikoparametern korreliert, um die klinische Relevanz der Resultate abzuschätzen”, erklärt Prof. Klaus Pantel, Direktor des Instituts für Tumorbiologie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), das an dem Projekt beteiligt ist. “Abschließend werden die Patienten weiter beobachtet, um zu erfahren, ob die neuen Testverfahren ein besseres Risikoprofil für die Entstehung von Metastasen als die etablierten Parameter bieten.“ Bei einem Viertel der Erstdiagnosen eines Prostatakarzinoms ist die Erkrankung schon fortgeschritten. Trotz einer erfolgreichen Bekämpfung des bösartigen Ursprungstumors in der Prostata durch Operation und/oder Bestrahlung haben etwa ein Drittel dieser Patienten ein hohes Rückfallrisiko. Besonders gefährlich sind frühzeitig über die Blutbahn in andere Organe gestreute Tumorzellen, da aus diesen Metastasen entstehen können. Bisher erhalten die Mediziner üblicherweise durch Nadelbiopsien Informationen über Tumorläsionen bei Krebspatienten. Mit diesem lokal begrenzten Verfahren können jedoch nicht immer alle unterschiedlichen Arten von Tumorzellen innerhalb eines Patienten vollständig abgebildet werden. Im Blut hingegen sind Tumorzellen und deren Zellkomponenten aus unterschiedlichen Körperregionen gebündelt. „Die Liquid Biopsy-Analytik hat das Potenzial, zu einer diagnostischen Kerntechnologie im Sinne einer personalisierten Krebsmedizin zu werden“, sagt Pantel. Das Verbundprojekt ist in fünf Teilprojekte untergliedert. Beteiligt sind neben dem Institut für Tumorbiologie des UKE und der Martini-Klinik am UKE GmbH auch Prof. Desiree Bonci vom Istituto Superiore di Sanità in Rom (Italien), Dr. Catherine Alix-Panabieres von der Université de Montpellier (Frankreich), Prof. Evi Lianidou von der University of Athens (Griechenland) und Prof. Maciej Zabel von der Poznan University of Medical Sciences in Posen (Polen). Das Bundesministerium für Bildung und Forschung fördert das Projekt mit 1,2 Millionen Euro für drei Jahre. (UKE/ms)
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