Prospektive Identifizierung von COPD-Patienten mit Lungenkrebs im Frühstadium mittels Exhalat und elektronischer Nase14. März 2024 LEIDEN (Biermann) – Anhand einer Analyse von Exhalat mit einer elektronischen Nase (eNose) lassen sich laut einer neuen Studie solche Patienten mit Chronisch-obstruktiver Lungenerkrankung (COPD) identifizieren, bei denen innerhalb der darauffolgenden 2 Jahre mit einer klinischen Manifestation von Lungenkrebs zu rechnen ist. Ihre Forschungsergebnisse, so schreiben die verantwortlichen Wissenschaftler, zeigten somit, dass eine Beurteilung von Exhalat mittels eNose auf Lungenkrebs-Frühstadien bei COPD-Patienten hindeuten kann. COPD-Patienten besäßen ein hohes Risiko für Lungenkrebs, erklären die Studienautoren zum Hintergrund ihrer aktuellen Forschung, doch bisher kenne man keine validierten prädiktiven Biomarker zur Identifizierung von dergestalt betroffenen Personen. Die Wissenschaftler stellten sich daher die Frage, ob die eNose-Technologie zur prospektiven Feststellung von Lungenkrebs im Frühstadium bei COPD-Patienten eingesetzt werden kann. In der multizentrischen prospektiven Follow-up-Studie BreathCloud werteten die Forschenden Daten aus der realen Praxis von Patienten mit Asthma, COPD oder Lungenkrebs aus (Untersuchungstermine zwecks Diagnostik bzw. Kontrolle). Man erfasste zum Zeitpunkt des Einschlusses in die Studie Exhalatprofile mit einer Metalloxid-Halbleiter-eNose, die am hinteren Ende eines Pneumotachographen (SpiroNose; Breathomix) positioniert war. Alle Patienten mit COPD wurden gemäß der klinischen Standardversorgung behandelt, und die Inzidenz von klinisch diagnostiziertem Lungenkrebs wurde 2 Jahre lang prospektiv überwacht. Die Wissenschaftler konnten Exhalatdaten von 682 Patienten mit COPD sowie von 211 Patienten mit Lungenkrebs auswerten. Bei 37 Patienten mit COPD (5,4 %) zeigte sich innerhalb von 2 Jahren nach Aufnahme in die Studie ein klinisch manifester Lungenkrebs. Drei Hauptkomponenten (PCs 1, 2 und 3) unterschieden sich signifikant zwischen Patienten mit COPD und solchen mit Lungenkrebs, sowohl in Trainings- als auch in Validierungssätzen mit Flächen unter der Grenzwertoptimierungskurve von 0,89 (95 %-KI 0,83–0,95) und 0,86 (95 %-KI 0,81–0,89). Dieselben 3 PCs differierten den Forschenden zufolge zu Studienbeginn signifikant (p<0,01) zwischen Patienten mit COPD, bei denen innerhalb von 2 Jahren Lungenkrebs auftrat bzw. nicht auftrat, bei einem Kreuzvalidierungswert von 87 % und einer Fläche unter der Grenzwertoptimierungskurve von 0,90 (95 %-KI 0,84–0,95). (ac) Autoren: de Vries R et al. Korrespondenz: [email protected] Studie: Prospective Detection of Early Lung Cancer in Patients With COPD in Regular Care by Electronic Nose Analysis of Exhaled Breath Quelle: Chest 2023;164(5):1315–1324. doi: 10.1016/j.chest.2023.04.050