Prostatakrebs: Bessere Überlebenschancen bei stärker ausgeprägter Familienanamnese25. April 2023 Prostatakrebs (künstlerische Darstellung). Grafik: Kateryna_Kon – stock.adobe.com Britische Wissenschaftler haben untersucht, wie eine familiäre Vorgeschichte (family history, FH) von Prostatakrebs (PCa) das Überleben von PCa-Patienten beeinflusst. Das überraschende Ergebnis: Die Patienten schneiden im Hinblick auf das Gesamtüberleben umso besser ab, je ausgeprägter ihre Familienanamnese ist. Mark N. Brook vom Institute of Cancer Research in London (Großbritannien) und Kollegen nutzten dazu die UK Genetic Prostate Cancer Study, eine longitudinale, multiinstitutionelle Beobachtungsstudie, die seit 1992 klinische Basis- und Follow-up-Daten sammelt. Sie untersuchten das Gesamtüberlebn und das PCa-spezifische Überleben (PCSS) bei 16.340 Männern und erhoben Grad und Anzahl der Verwandten mit PCa und genetisch verwandten Krebsarten (Brust-, Eierstock- und Dickdarmkrebs). Das primäre Ergebnis war die Gesamtmortalität bei PCa-Patienten. Eine stärkere FH war umgekehrt mit dem Risiko der Gesamtmortalität und der PCa-spezifischen Mortalität assoziiert. Dieser Zusammenhang war bei denjenigen mit zunehmender Anzahl der mit relevantem Krebs diagnostizierten Verwandten (p-Trend <0,001) und mit zunehmender Verwandtschaftsnähe (p-Trend <0,001) größer. Patienten mit mindestens einem Verwandten 1. Grades hatten ein geringeres Gesamtsterblichkeitsrisiko als Patienten ohne FH (HR 0,82; 95%-KI 0,75–0,89). Größeres Bewusstsein für die Krankheit? „Basierend auf der Untersuchung der Art und des Zeitpunkts von Krebserkrankungen bei Verwandten ist es wahrscheinlich, dass die Verringerung der Sterblichkeit fast vollständig auf ein größeres Bewusstsein für die Krankheit zurückzuführen ist“, vermuten die Wissenschaftler. „Diese Studie liefert Informationen für Kliniker, die Patienten und ihre Angehörigen auf der Grundlage ihres familiären Risikos beraten.“ Zudem zeige die Arbeit die Bedeutung von Screening- und Sensibilisierungsprogrammen, die wahrscheinlich das Überleben von Männern mit FH verbessern. (ms)
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