Prostatakrebs: Neue Einblicke in den Übergang zur Metastasierung7. April 2022 Bei der Metastasierung von Prostatakrebs spielt die Regulation von MYC eine Rolle. Grafik: molekuul.be Ein Forschungsteam der MedUni Wien hat jetzt Veränderungen in einem Protein entdeckt, die das Wachstum und die Ausbreitung von Prostatatumoren vorantreiben. In der Studie beschritten die Forscher neue Wege und untersuchten die Rolle des Proteins KMT2C bei Prostatakrebs. KMT2C ist ein genetischer Bestandteil, der wesentlich als Regulator zentraler Vorgänge in den Zellen fungiert. Verliert KMT2C aufgrund krebstypischer Mutationen diese regulative Fähigkeit, so wird die Vermehrung des Krebsgens MYC angeregt. Dadurch wiederum teilen sich Zellen in erhöhtem Ausmaß – Wachstum und Ausbreitung des Tumors werden vorangetrieben. „Unsere Studie bietet neue Einblicke in den bisher kaum verstandenen Übergang von lokal begrenztem zu tödlichem, metastasierendem Prostatakrebs“, unterstreicht Studienleiter Lukas Kenner die Bedeutung der Forschungsarbeit. Darüber hinaus können die gewonnenen Erkenntnisse um die Auswirkungen von KMT2C-Mutationen auch in der Diagnose und Therapie von Prostatakrebs neue Impulse setzen. Aggressiven Verlauf frühzeitig diagnostizieren So kann der KMT2C-Mutationsstatus via Bluttest gemessen werden und damit zu einer frühzeitigen Diagnose über einen möglichen aggressiven Verlauf bei Prostatatumoren beitragen. Darüber hinaus könnten mit Hilfe von MYC-Inhibitoren die vermehrte Zellteilung und somit Metastasierung verhindert werden, was weitere wissenschaftliche Untersuchungen untermauern sollen. MYC-Inhibitoren sind grundlegend neue Wirkstoffe der Krebstherapie, die bereits in klinischen Studien getestet werden und – so dies weitere Studien bestätigen – in den nächsten Jahren auch bei metastasierendem Prostatakrebs zum Einsatz kommen könnten. „Da eine hohe KMT2C-Mutation viele Krebsarten wie zum Beispiel Brust-, Lungen-, Darm-, Blasen- oder auch Hautkrebs kennzeichnet, haben unsere Studienergebnisse generell ein hohes Potenzial für die Erforschung, Diagnostik und Therapie bösartiger Tumoren“, sagt Kenner. (MedUni Wien / ms)
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