Prostatakrebs-Screening: Ausschließlich gezielte Biopsie verringert das Risiko für Überdiagnostik um die Hälfte16. Januar 2023 Mikrophotographie einer Stanzbiopsie der Prostata: Histologie eines Prostataadenokarzinoms mit prominenten Nucleoli. Foto: David A. Litman – stock.adobe.com Eine Früherkennung von Prostatakrebs (PCa) auf der Basis von Prostataspezifischem Antigen (PSA), Magnetresonanztomographie (MRT) und ausschließlich gezielter Biopsie kann die Überdiagnostik reduzieren. Dies zeigt eine aktuelle Publikation im „New England Journal of Medicine“. Dr. Jonas Hugosson und Kollegen vom Sahlgrenska University Hospital in Göteborg, Schweden, luden für die Studie 37.887 Männer von 50–60 Jahren zu einem regelmäßigen PSA-Screening ein. Teilnehmer mit einem PSA-Wert ≥3 ng/ml erhielten eine MRT der Prostata. Ein Drittel der Teilnehmer wurde zufällig einer Referenzgruppe zugeteilt, die sich sowohl einer systematischen Biopsie als auch einer MRT-gesteuerten Biopsie von verdächtigen Läsionen, unterzog. Die restlichen Teilnehmer wurden der Versuchsgruppe zugeteilt, bei der die Biopsie ausschließlich MRT-gesteuert erfolgt. Der primäre Endpunkt war die Detektion von klinisch unbedeutendem PCa, definiert als ein Gleason-Score von 3+3. Der sekundäre Endpunkt war die Diagnose von klinisch signifikantem Prostatakrebs (Gleason-Score ≥3+4. Auch die Sicherheit des Screenings wurde bewertet. Von den Männern, die zum Screening eingeladen wurden, nahmen 17.980 (47%) an der Studie teil. Insgesamt 66 der 11.986 Teilnehmer in der Experimentalgruppe (0,6%) erhielten die Diagnose eines klinisch unbedeutenden PCa, verglichen mit 72 von 5.994 Teilnehmern (1,2%) in der Referenzgruppe, eine Differenz von -0,7 Prozentpunkten (95%-KI -1,0 bis -0,4; relatives Risiko 0,46; 95%-KI 0,33–0,64; p<0,001). Das relative Risiko für klinisch signifikanten PCa in der Versuchsgruppe im Vergleich zur Referenzgruppe betrug 0,81 (95%-KI, 0,60–1,1). Klinisch signifikanter Krebs, der nur durch systematische Biopsie entdeckt wurde, trat bei 10 Teilnehmern in der Referenzgruppe auf; alle Fälle wiesen ein mittleres Risiko auf und betrafen hauptsächlich niedrigvolumige Erkrankungen, die mit aktiver Überwachung behandelt wurden. Schwerwiegende unerwünschte Ereignisse waren in beiden Gruppen selten (<0,1%). Die Autoren schließen aus ihren Ergebnissen, dass eine ausschließlich MRT-gesteuerte gezielte Biopsie bei Personen mit erhöhten PSA-Werten das Risiko einer Überdiagnose um die Hälfte reduziert – auf Kosten einer verzögerten Erkennung von Tumoren mit mittlerem Risiko bei einem kleinen Anteil der Patienten. (ms)
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