Prostatakrebstherapie mit Selbsteinschätzungen der Patienten verbessern1. April 2026 Ein Teil des Düsseldorfer BE-PRO-Teams: Danny Jazmati, Ulrike Dinger-Ehrenthal, André Karger, Peter Albers, Jan Philipp Radtke, Rouvier Al-Monajjed, Maike Klett (v.l.).. Foto: Maurice Kaufmann / UKD Eine neue multizentrische Studie soll überprüfen, ob die Erhebung von Patient Reported Outcome Measures (PROMs) in Kombination mit der Behandlung an zertifizierten Krebszentren die Langzeitergebnisse nach Therapie eines lokal fortgeschrittenen Prostatakarzinoms verbessern kann. PROMs lassen sich durch standardisierte Fragebögen erfassen, die einer objektiven Einschätzung des eigenen Gesundheitszustandes durch die Patienten dienen. Dazu gehören Fragen nach der Symptomlast, der Funktionsfähigkeit, der Lebensqualität und dem allgemeinen Gesundheitszustand. Im Rahmen einer vermehrten Patientenzentrierung in der medizinischen Versorgung spielen PROMs eine immer größere Rolle. Mit der neuen Studie „BE-PRO – Benefit einer PROM-optimierten Behandlung mit lokal fortgeschrittenem Prostatakrebs“ wollen die Forscher nun ermitteln, ob ein kombinierter Versorgungspfad die langfristigen Therapieergebnisse verbessern kann. Darin kommt zu der multidisziplinären Behandlung in zertifizierten Zentren eine engmaschige Rückmeldung von Ergebnissen durch die Patienten hinzu. Für diesen Zweck entwickelt das Team einen elektronischen Fragebogen zur Erhebung der PROMs (ePROMs), der app- oder webbasiert bei der Erfassung und dem Monitoring der PROMs Unterstützung bieten soll. Bei der multizentrischen, prospektiven Studie kommen die ePROMs sowohl in der Diagnostik, in der Planung der Therapie als auch während und nach der Therapie selbst zum Einsatz. Der Erfolg der ePROMs wird durch den Abgleich mit einer randomisierten Kontrollgruppe gemessen. Die durch die ePROMs gewonnenen Kenntnisse sollen in den gesamten Therapieablauf eingebunden werden, um diesen so zu optimieren. Ziel der Studie ist es zu ermitteln, ob die Patienten bei vorausgesetzt exzellenten Behandlungsergebnissen in zertifizierten Prostatakarzinomzentren eine höhere Lebensqualität und Zufriedenheit erreichen. Diese Studie wird durch den Innovationsausschuss des Gemeinsamen Bundesausschusses mit insgesamt 4,3 Millionen Euro gefördert. Multizentrische Studie unter Düsseldorfer Leitung Die Leitung der Studie übernehmen die Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf (HHU) und das Universitätsklinikum Düsseldorf (UKD) mit der Klinik für Urologie (Klinikdirektor und Leiter der Studie Prof. Peter Albers, Prof. Jan Philipp Radtke, Dr. Rouvier Al-Monajjed). Am Standort Düsseldorf arbeiten unter anderem das Klinische Institut für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (Institutsdirektorin Prof. Ulrike Dinger-Ehrenthal, Dr. André Karger, Dr. Dominik Fugmann) und die Klinik für Strahlentherapie und Radioonkologie (Klinikdirektorin Prof. Juliane Hörner-Rieber, PD Dr. Danny Jazmati) an der Studie mit. Zu den Konsortialpartnern gehören die Universitätsmedizin Göttingen mit dem Institut für Medizinische Statistik, die Universität zu Köln, die Deutsche Krebsgesellschaft und die Bergische Universität Wuppertal mit dem Fachbereich Gesundheitsökonomie. An dem Klinikverbund sind darüber hinaus insgesamt 14 Standorte in Nordrhein-Westfalen und Deutschland beteiligt sowie die Krankenkassen AOK Rheinland-Hamburg, Techniker Krankenkasse, DAK-Gesundheit und IKK Classic. „Prostatakrebs ist nach wie vor die häufigste Krebserkrankung bei Männern und besonders im lokal fortgeschrittenen Stadium multidisziplinär behandlungsbedürftig. Der Ansatz, diese komplexe Therapie durch digitale Anwendungen zu optimieren, ist sehr vielversprechend. Dass wir diesem Ansatz nun durch diese Multicenter-Studie unter Düsseldorfer Leitung nachgehen können, freut uns sehr“, kommentiert Studienleiter Albers. Karger ergänzt: „Wir erhoffen uns von der Studie, dass die ePROMs uns ermöglichen, die Wünsche und Bedürfnisse der Patienten noch besser einzubringen. Vor allem bei onkologischen Erkrankungen spielt es eine immer wichtigere Rolle, auch die psychologischen Bedürfnisse der Patienten zu beachten.“ (ms/BIERMANN)
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