Protonenpumpeninhibitoren erhöhen das Asthmarisiko vor allem bei Kleinkindern28. Juli 2021 Foto: ©off5173 – stock.adobe.com Die Anwendung von Protonenpumpeninhibitoren (PPI) hat bei Kindern in den vergangenen Jahren erheblich zugenommen. Gleichzeitig gibt es Bedenken, dass diese Medikamente das Asthmarisiko erhöhen könnten. Eine schwedische Kohortenstudie bestätigt diese Annahme nun und rät zu einem strikt indizierten Einsatz der Medikamente bei Kindern. Mithilfe von Registerdaten teilten Yun-Han Wang vom Karolinska-Institut in Stockholm, Schweden, Kinder und Jugendliche, die maximal 17 Jahre alt waren, anhand von Alter und Propensity Score in 80.870 Paare (63,0 % Mädchen; mittleres Alter 12,9±4,8 Jahre) ein, von denen ein Kind mit der Einnahme von PPI begann und eines nicht. Zielparameter war das Risiko für das Auftreten von Asthma während einer medianen Nachbeobachtungszeit von drei Jahren (Interquartilsbereich 2,1–3,0). Dabei zeigte sich, dass Kinder, die mit der PPI-Einnahme begannen, eine höhere Inzidenzrate von Asthma (21,8 Ereignisse pro 1000 Personenjahre) im Vergleich zu Nicht-Nutzern (14,0 Ereignisse pro 1000 Personenjahre) hatten. Die Hazard Ratio (HR) betrug 1,57 (95 %-Konfidenzintervall [KI] 1,49–1,64). Das Asthmarisiko war bei PPI-Nutzung in allen Altersgruppen signifikant erhöht, am höchsten bei Säuglingen und Kleinkindern mit einer HR von 1,83 (95 %-KI 1,65–2,03) in der Gruppe <6 Monate und 1,91 (95 %-KI 1,65–2,22) in der Gruppe von 6 Monaten bis <2 Jahre (p<0,001 für Interaktion). Die HRs für die einzelnen PPIs betrugen 1,64 (95 %-K, 1,50–1,79) für Esomeprazol, 1,49 (95 %-KI 1,25–1,78) für Lansoprazol, 1,43 (95 %-KI 1,35–1,51) für Omeprazol und 2,33 (95 %-KI 1,30–4,18) für Pantoprazol. In Analysen zum Zeitpunkts des Asthma-Beginns nach PPI-Einführung betrugen die HRs 1,62 (95 %-KI 1,42–1,85) für 0 bis 90 Tage, 1,73 (95%-KI 1,52–1,98) für 91 bis 180 Tage und 1,53 (95 %-KI 1,45–1,62) für 181 Tage bis Ende der Nachbeobachtung. Die Assoziation erwies sich in allen Sensitivitätsanalysen als konsistent, einschließlich des hochdimensionalen Propensity Score Matching (HR 1,48; 95 %-KI 1,41–1,55). „In dieser Kohortenstudie war der Beginn der PPI-Einnahme im Vergleich zur Nicht-Einnahme mit einem erhöhten Asthmarisiko bei Kindern verbunden. Protonenpumpenhemmer sollten Kindern daher nur bei klarer Indikation unter Abwägung des potenziellen Nutzens gegenüber dem potenziellen Schaden verschrieben werden“, raten die Autoren. (ej) Originalpublikation: Wang YH et al. Association Between Proton Pump Inhibitor Use and Risk of Asthma in Children. JAMA Pediatr 2021;175(4):394–403.
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