PSA-Screening für afroamerikanische Männer schon in jüngeren Jahren sinnvoll

Das PSA-Screening reduzierte in einer aktuellen Studie das Risiko für Prostatakrebs-Metastasierung bei Afroamerikanern um 40 Prozent. Foto (Symbolbild): © Spotmatik – stock.adobe.com

Afroamerikanische Männer zwischen 40 und 55 Jahren, die sich häufig einem Prostatakrebs-Screening unterziehen, scheinen zum Zeitpunkt der Diagnose von Prostatakrebs ein geringeres Risiko für Metastasierung und für einen tödlichen Ausgang ihrer Krankheit zu haben.

Dies geht aus einer Beobachtungsstudie hervor, die beim virtuellen Jahrestreffen der American Society of Clincal Oncology (ASCO) am 04.-08.06.2021 präsentiert wurde.

Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung der persönlichen Erörterung der Vor- und Nachteile des Prostatakrebs-Screenings mit jedem Einzelnen.

Untersucht wurde der Einfluss des PSA-Screenings auf die Outcomes von Prostatakrebs bei jüngeren afroamerikanischen Patienten. 4726 afroamerikanische Patienten aus der Datenbank der Veterans Health Administration im Alter von 40 bis 55 Jahren, bei denen von 2004 bis 2017 Prostatakrebs diagnostiziert wurde, wurden in die Untersuchung einbezogen.

Risiko für Metastasierung um 40 Prozent reduziert

Eine erhöhte Intensität des PSA-Screenings war zum Zeitpunkt der Diagnose mit einem um fast 40% verringerten Risiko für metastasierende Erkrankungen und einem um fast 25% verringerten Risiko für Todesfälle aufgrund von Prostatakrebs bei jüngeren afroamerikanischen Patienten verbunden.

Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass das PSA-Screening und die Früherkennung von Prostatakrebs das Outcome bei jüngeren afroamerikanischen Patienten verbessern können. Die Studienergebnisse seien ein Schritt zur Beseitigung von herkunftsbedingten Unterschieden bei der Versorgung von Patienten mit Prostatakrebs, betont die ASCO in einer Mitteilung.

Bemerkenswert sei auch, dass die Studie zeigte, dass eine höhere Inanspruchnahme der Grundversorgung ähnliche Auswirkungen auf das Risiko einer fortgeschrittenen Erkrankung und des Todes hatte: Die Intensität des prädiagnostischen PSA-Screenings war bei jungen afroamerikanischen Männern mit einer signifikant geringeren Wahrscheinlichkeit einer fortgeschrittenen und metastasierten Erkrankung bei der Diagnose verbunden. Dies zeige, dass das PSA-Screening in Verbindung mit einer engmaschigen Inanspruchnahme der Grundversorgung das Outcome von Prostatakrebs bei jüngeren afroamerikanischen Männern verbessern kann.

Diese neuen Erkenntnisse sind insofern von Bedeutung, als afroamerikanische Patienten fast 1,5-mal häufiger an Prostatakrebs erkranken und mehr als doppelt so häufig an Prostatakrebs sterben wie Patienten weißer Abstammung.

Afroamerikaner in PSA-Studien unterrepräsentiert

In der Vergangenheit seien afroamerikanische Männer in PSA-Studien, aus denen evidenzbasierte Richtlinien entwickelt wurden, schlecht vertreten gewesen, sagten die Forscher. Dies schränke eine sinnvolle Anleitung und Aufklärung zum PSA-Screening für Afroamerikaner ein, insbesondere für Männer unter 55 Jahren.

Aktuelle Screening-Richtlinien der US-amerikanischen Task Force für präventive Dienste schlagen ein Alter von 55 Jahren für den Beginn des Screenings vor. Andere medizinische Gesellschaften, darunter das National Comprehensive Cancer Network und die American Urological Association, geben an, dass afroamerikanische Patienten möglicherweise bereits im Alter von 40 bis 45 Jahren mit dem PSA-Screening beginnen sollten.

„Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung früher PSA-Screenings bei afroamerikanischen Männern, da unsere Untersuchungen darauf hinweisen, dass frühere PSA-Screenings die Outcomes bei Prostatakrebs verbessern können“, sagte der Hauptautor Edmund M. Qiao von der University of California in San Diego.

„Diese Studie unterstreicht die Bedeutung von Diskussionen zwischen Ärzten und einzelnen Patienten über die Risiken und Vorteile des PSA-Screenings“, kommentierte ASCO-Präsidentin Lori J. Pierce. „Es gibt keinen einheitlichen Ansatz, insbesondere für Patienten mit höherem Prostatakrebsrisiko, wie z. B. afroamerikanische Männer. Diese Beobachtungsstudie zeigt uns, dass Screening bereits bei jüngeren Afroamerikanern nützlich sein kann.“

Nächste Schritte

Die Forscher planen jetzt, eine ähnliche Analyse unter Verwendung einer größeren Datengrundlage auf Bevölkerungsebene durchzuführen, um Patienten mit einem durchschnittlichen Prostatakrebsrisiko zu erfassen und die Anzahl der Patienten unter 50 Jahren in ihrer Forschung zu erhöhen.

(ASCO/ms)