Psoariasis und Insulinresistenz: Hinweise auf mitochondriale Dysfunktion als Ursprung

MONTERREY (Biermann) – Das Auftreten von Psoriasis ist stark mit Insulinresistenz (IR) assoziiert. Bei Patienten mit Psoriasis wurden Störungen des Lipidprofils sowie eine Hochregulierung von Enzymen, die für die Fettsäureoxidation entscheidend sind, festgestellt. Eine gemeinsame mitochondriale Dysfunktion könnte an der Entstehung beider Krankheiten beteiligt sein, schreiben die Autoren einer aktuell publizierten Studie in der Einleitung.

Ziel der Studie war es, die mitochondriale ß-Oxidation, den Intermediärstoffwechsel und den mitochondrialen Inhalt bei Psoriasis-Patienten mit oder ohne IR zu untersuchen und sie mit gesunden Kontrollpersonen zu vergleichen.

Die Teilnehmer wurden in 3 Gruppen eingeteilt: Psoriasis und IR (n=26); Psoriasis ohne IR (n=17); gesunde Kontrollen (n=17). Die Quantifizierung von Aminosäuren und Acylcarnitinen (AC) durch Tandem-Massenspektrometrie, die Bestimmung von organischen Säuren im Urin durch Gaschromatographie und Massenspektrometrie (GC/MS) und die Quantifizierung der mitochondrialen DNA wurden in allen Gruppen durchgeführt.

Beim Vergleich zwischen den beiden Psoriasis-Gruppen wurden keine Unterschiede zwischen den Verhältnissen von C5DC/C6OH, Met/Leu, Met/Phe, C16:1/C16 und C5DC + C6OH/C4DC + C5OH. Insgesamt 9 Analyten unterschieden sich: Phenylalanin, Cit/Phe- und Cit/Tyr-Verhältnisse, C0, C3, C5, C6DC, C16 und C18:1OH. Es gab keine Korrelationen zwischen dem Flächen- und Schweregradindex der Psoriasis (PASI), dem Body-Mass-Index (BMI) und der Dauer der Erkrankung mit den AC. Ein höherer Anteil der Psoriasis-Patienten wies erhöhte Harnsäure- und Hippursäurespiegel im Urin auf (P=0,01). Der mtDNA-Gehalt war signifikant höher als bei den Kontrollen, wobei es keine Unterschiede zwischen IR- und Nicht-IR-Psoriatikern gab.

Die Autoren kommen zu dem Fazit, dass Psoriasispatienten mit und ohne IR ein unterschiedliches Acylcarnitinprofil aufweisen, welches eine gestörte ß-Oxidation widerspiegelt. Ein ausgeprägtes Profil von Acylcarnitinen deute auf eine Beteiligung der mitochondrialen Funktion hin, die mit einer erhöhten Aktivität der Stearoyl-CoA-Desaturase (SCD) bei Psoriasispatienten mit und ohne IR einhergeht. (am)

Autor: Villarreal-Martinez et al.
Korrespondenz: Geovana Calvo-Anguiano; [email protected]
Studie: Mitochondrial dysfunction: The pathological link between psoriasis and insulin resistance?
Quelle: J Eur Acad Dermatol Venereol. 2023 Feb;37(2):340–347.
Web: dx.doi.org/10.1111/jdv.18631