Psyche und Klima: DGPPN fördert Forschung mit 150.000 Euro

Der Klimawandel beeinflusst nicht nur die Umwelt, sondern auch die Psyche. (Foto: © Christian – stock.adobe.com)

Studien zeigen, dass psychische Erkrankungen in Folge des Klimawandels zunehmen. Viele Zusammenhänge sind allerdings noch weitgehend unbekannt. Die DGPPN will nun dazu beitragen, diese Wissenslücken zu schließen und schreibt daher Forschungsmittel in Höhe von 150.000 Euro aus.

Menschen, die extreme Wetterereignisse erlebt haben, leiden häufiger unter Depressionen, Angststörungen oder Posttraumatischen Belastungsstörungen. Auch steigende Temperaturen belasten die Psyche. Zusätzlich sind indirekte Auswirkungen des Klimawandels auf die Psyche zu beobachten, beispielsweise infolge einer Verknappung von Nahrungsmitteln oder Migration. Dennoch spielt die psychische Gesundheit in Studien zum Klimawandel bislang eine untergeordnete Rolle. Die Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN) hat daher ein Förderprogramm aufgesetzt: Mit einer finanziellen Unterstützung von bis zu 150.000 Euro fördert sie eine Forschungsarbeit, die den Zusammenhang von Klimawandel und psychischer Gesundheit näher beleuchtet.

„Der Klimawandel ist eine der drängendsten Herausforderungen unserer Zeit – auch für die Psychiatrie“, erläutert Prof. Andreas Meyer-Lindenberg, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN). „Das Wissen über die negativen Auswirkungen des Klimawandels auf die Psyche hat in letzter Zeit zwar deutlich zugenommen, aber noch ist vieles unerforscht. Mit dieser Forschungsförderung möchte die DGPPN Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler dazu ermutigen, neue Erkenntnisse zu generieren. Ob grundlagenorientiert, klinisch oder epidemiologisch, ob zu den Zusammenhängen von Klimawandel und psychischer Gesundheit oder zu den Auswirkungen des Klimawandels auf das psychiatrische Versorgungssystem – das mögliche Themenspektrum ist weit gefächert. Wir brauchen wegweisende Studien, die unser Verständnis der Thematik vertiefen und die darüber hinaus dazu beitragen können, präventive Maßnahmen und Interventionen im Bereich der psychischen Gesundheit zu entwickeln oder zu verbessern.“

Anträge auf Förderung können bis zum 31. März 2024 eingereicht werden. Bewerben können sich Forschende, die ihre wissenschaftliche Ausbildung abgeschlossen haben und ihre Exzellenz auf dem Forschungsgebiet durch einschlägige Vorarbeiten belegen können. Die Fördersumme beträgt bis zu 150.000 Euro, die Laufzeit 24 bis maximal 36 Monate. Das Projekt sollte im Jahr 2024 beginnen. Zentrale Kriterien für die Begutachtung sind inhaltliche Originalität, hohe methodische Qualität und die Praxisrelevanz der Ergebnisse für Prävention und Behandlung. Das Projekt sollte zudem im Sinne partizipativer Forschung die Perspektive der Betroffenen berücksichtigen. Welches Forschungsprojekt die Förderung erhalten wird, entscheidet eine unabhängige Kommission, die von einem Beirat aus DGPPN-Vorstandsmitgliedern beraten und unterstützt wird.

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Quellen Deutsche Gesellschaft für Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatik und Nervenheilkunde (DGPPN)