Psychiatrie: Wirtschaftliche und personelle Situation bleibt schwierig16. Juli 2024 Der Fachkräftemangel macht psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen, aber auch deren Personal weiterhin zu schaffen. (Foto: © David L/peopleimages.com – stock.adobe.com) Die psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen in Deutschland schätzen ihre wirtschaftliche Situation zur Jahreswende 2023/2024 laut dem aktuellen Psychiatrie Barometer des Deutschen Krankenhausinstitutes (DKI) eher kritisch ein. Nur 17 Prozent der psychiatrischen und psychosomatischen Fachkliniken und zehn Prozent der psychiatrischen Fachabteilungen in Allgemeinkrankenhäusern beurteilen ihre wirtschaftliche Lage als gut. Gefragt nach den Erwartungen für das Jahr 2024 gehen die Einrichtungen mehrheitlich von einer Verschlechterung der wirtschaftlichen Lage aus. Hauptgründe hierfür sind die steigenden Sach- und Personalkosten, die die Einrichtungen mit ihren Erträgen nicht refinanzieren können, wie das aktuelle Psychiatrie Barometer des Deutschen Krankenhausinstituts (DKI), eine jährlich durchgeführte Repräsentativbefragung psychiatrischer und psychosomatischer Einrichtungen zu aktuellen Fragestellungen in diesem Versorgungsbereich, zeigt. Kritisch sehen viele Krankenhäuser auch die Psychiatrie und Psychosomatik-Richtlinie (PPP-RL), die Vorgaben des Gemeinsamen Bundesausschusses für das erforderliche therapeutische Personal beschreibt. In den ersten drei abgefragten Quartalen 2023 konnten in keiner Berufsgruppe die Mindestvorgaben der Richtlinie in jedem Quartal eingehalten werden. Am geringsten fiel der Erfüllungsgrad bei der Pflege aus (44 %). Am höchsten war er bei den Psychotherapeuten (83 %). Haupthindernisse für die Umsetzung der PPP‑RL bilden weiterhin der Fachkräftemangel und unzureichende Anrechnungsregeln von Fach- und Hilfskräften auf die Mindestvorgaben. „Die Politik ist gefragt, hier durch eine wirksame Entbürokratisierung und eine höhere Flexibilität beim Personaleinsatz die Patientenversorgung in der Psychiatrie sicherzustellen“, erklärte der DKG-Vorstandsvorsitzende Dr. Gerald Gaß. Die psychiatrischen und psychosomatischen Einrichtungen engagieren sich zunehmend für mehr Nachhaltigkeit. Am häufigsten sind die Handlungsfelder: Energieversorgung (82 %), bauliche Anpassungen (81 %) und die Wärmeversorgung (77 %) in der Nachhaltigkeitsstrategie berücksichtigt. Weitere wichtige Bereiche sind Einkauf, Mobilität, Personal, Klimafolgeanpassungen, Lieferketten, Kälte- und Speiseversorgung. Verbesserungsmöglichkeiten bestehen insbesondere bei der Erfassung von CO2‑Emissionen. Die Ergebnisse des Psychiatrie Barometers 2023/2024 beruhen auf einer Befragung in den psychiatrischen und psychosomatischen Fachkrankenhäusern sowie den Allgemeinkrankenhäusern mit psychiatrischen oder psychosomatischen Fachabteilungen, welche von Dezember 2023 bis März 2024 durchgeführt worden ist. Beteiligt haben sich insgesamt 272 Einrichtungen.
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