Psychische Belastung bei Diabetes26. Juli 2022 Adrian Grimshaw hat in Bremen und Bielefeld studiert. Seit 2019 arbeitet er als Psychologe am Herz- und Diabeteszentrum NRW, Bad Oeynhausen. Foto: HDZ NRW Interdisziplinäre Therapie verspricht bessere Lebensqualität – die Deutsche Diabetes Gesellschaft (DDG) zeichnet Psychologen am HDZ NRW erneut mit Nachwuchsstipendium aus. „Chronisch kranke Menschen profitieren deutlich, wenn sie von interdisziplinären Behandlungsteams versorgt werden“, sagt Adrian Grimshaw. Der 34-jährige Fachpsychologe DDG arbeitet seit fast vier Jahren im Diabeteszentrum unter der medizinischen Leitung von Prof. Dr. Dr. h.c. Diethelm Tschöpe am Herz- und Diabeteszentrum NRW (HDZ NRW), Bad Oeynhausen. Und fasst mit seiner Aussage zusammen, was zahlreiche wissenschaftliche Studien belegen. Grimshaws Herzensthema ist die enge therapeutische Einbindung von Psychologen in das diabetologische Behandlungskonzept. Dieses Anliegen hat bereits doppelte Anerkennung der Deutschen Diabetes Gesellschaft gefunden, die ihn im Rahmen ihrer Nachwuchsförderung 2021 zur Herbsttagung nach Wiesbaden und in diesem Jahr zum Jahreskongress nach Berlin eingeladen hat. Die in seinen Motivationsschreiben formulierten Thesen zur Interdisziplinarität stießen bei der Fachgesellschaft auf offene Ohren: Unter den Stipendiaten in Wiesbaden war Adrian Grimshaw der einzige Psychologe. In Berlin haben nur zwei Psychologen gemeinsam mit zahlreichen jungen Ärztinnen und Ärzten das begehrte Reisestipendium erhalten.„Diabetes mellitus bezeichnet ja eigentlich als Sammelbegriff sehr vielfältige Störungen des menschlichen Stoffwechsels mit ebenso komplexen Auswirkungen auf fast alle wichtigen Organe“, sagt Adrian Grimshaw. „Betroffene werden daher mit den unterschiedlichsten und oft sehr belastenden Problemen konfrontiert, die bewältigt werden müssen. Eine psychologische Mitversorgung kann dabei entscheidende Hilfen anbieten und zu einem zufriedenstellenden Ergebnis beitragen. Das funktioniert nachweislich am besten in engem Zusammenschluss mit dem gesamten Behandlungsteam.“ Im Diabeteszentrum am HDZ NRW liegen die Arbeitsschwerpunkte des Fachpsychologen in der Beratung und Unterstützung von Menschen mit Diabetes und ihren Angehörigen. Zum Angebot zählen unter anderem die Medizinische Hypnose und Entspannungsverfahren. Über die Therapieergebnisse nach interdisziplinärer Zusammenarbeit wird sich Grimshaw vielleicht auf der diesjährigen DDG-Herbsttagung wieder mit anderen Experten austauschen können. Die Bewerbung auf sein drittes Stipendium ist bereits auf dem Weg. „Das wäre dann aber meine letzte Teilnahme als Youngster“, sagt Grimshaw augenzwinkernd. „Im nächsten Jahr bin ich zu alt für die Nachwuchsförderung.“
Mehr erfahren zu: "Renaler Nutzen von GLP-1-RA und SGLT2-Inhibitoren bei Typ-2-Diabetes abhängig von Albuminurie" Renaler Nutzen von GLP-1-RA und SGLT2-Inhibitoren bei Typ-2-Diabetes abhängig von Albuminurie Bei Patienten mit Typ-2-Diabetes könnte die Albuminurie ein wichtiger Marker dafür sein, bei welchen Patienten GLP-1-Rezeptoragonisten und SGLT2-Inhibitoren einen zusätzlichen renalen Nutzen haben. Das geht aus einer aktuellen Analyse von […]
Mehr erfahren zu: "Zi: „Passgenaue Beratung stärkt Niederlassungsbereitschaft“" Zi: „Passgenaue Beratung stärkt Niederlassungsbereitschaft“ Rund 20.000 ambulant angestellte Ärztinnen und Ärzte in Deutschland können sich eine eigene Niederlassung vorstellen oder planen sogar eine solche: Das schlussfolgert das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) aus […]
Mehr erfahren zu: "Frauen im Gesundheitswesen: „Datenlücken gefährden die Versorgung von Patientinnen“" Frauen im Gesundheitswesen: „Datenlücken gefährden die Versorgung von Patientinnen“ Frauen werden in Deutschland noch immer auf Grundlage von Daten versorgt, die ihre Lebensrealität häufig nur unzureichend abbilden: Zu diesem Fazit kamen rund 130 Gäste aus Politik, Wissenschaft, Versorgung und […]