Psychische Gesundheit: Mannschaftssportarten stärken die Resilienz3. Januar 2020 © matimix – stock.adobe.com Negative Kindheitserfahrungen (NKE) sind langfristig mit einer schlechten psychischen Gesundheit verbunden. Über Faktoren, die dieser Entwicklung bei Menschen mit NKE entgegenwirken, ist relativ wenig bekannt. Forscher der Universität Kalifornien in Los Angeles, USA, haben nun herausgefunden, dass Mannschaftssportarten die Resilienz von Kindern und Jugendlichen stärken können. Für ihre Studie hatten Molly C. Easterlin und Kollegen die Daten von 9668 Personen ausgewertet, die in den Jahren 1994–1995 und 2008 an der National Longitudinal Study of Adolescent to Adult Health teilgenommen hatten und für die vollständige Daten über die Exposition gegenüber NKE (körperlicher und sexueller Missbrauch, emotionale Vernachlässigung, elterlicher Alkoholmissbrauch, elterliche Inhaftierung und Zusammenleben mit einem Alleinerziehenden) vorlagen. Von 9668 in die Studie einbezogenen Personen (4470 männlich [50,0%]; mittleres [SD] Alter 15,2 [1,75] Jahre) berichteten 4888 (49,3%) über ≥ 1 NKE, 2084 (21,3%) über ≥ 2 NKE. Unter Studienteilnehmern mit NKE war die Teilnahme am Mannschaftssport in der Adoleszenz signifikant mit einer geringeren Wahrscheinlichkeit verbunden, die Diagnose einer Depression (unbereinigte Rate 16,8% gegenüber 22,0%; Propensity-Score[PS]-angepasste Odds Ratio [aOR] 0,76; 95%-Konfidenzintervall [KI] 0,59–0,97) oder Angststörung (11,8% vs. 16,8%; PS-aOR 0,70; 95%-KI 0,56–0,89) zu erhalten und aktuell depressive Symptome zu entwickeln (21,9% vs. 27,5%; PS-aOR 0,85; 95% KI 0,71–1,01). Geschlechtsspezifische Analysen zeigten signifikante Assoziationen für alle untersuchten psychischen Erkrankungen bei Männern (Depressionen: PS-aOR 0,67; 95%-KI 0,46–0,99; Angst: PS-aOR 0,66; 95%-KI 0,45–0,96; depressive Symptome: PS-aOR 0,75; 95%-KI 0,56–0,99). Bei Frauen bestand ein signifikanter Zusammenhang jedoch nur für Angststörungen (PS-aOR 0,73; 95%-KI 0,54–0,98). Bei den von NKE betroffenen Personen war die Teilnahme am Mannschaftssport in der Adoleszenz mit einer besseren psychischen Gesundheit als Erwachsener verbunden. Mannschaftssportarten können somit ein wichtiger Resilienzfaktor sein, resümieren die Autoren. (ej) Fazit Bei Personen mit NKE war die Teilnahme an Mannschaftssportarten im Jugendalter mit einer besseren psychischen Gesundheit im Erwachsenenalter verbunden. Autoren: Easterlin MC et al. Korrespondenz: University of California National Clinician Scholars Program, Los Angeles, USA Studie: Association of Team Sports Participation With Long-term Mental Health Outcomes Among Individuals Exposed to Adverse Childhood Experiences Quelle: JAMA Pediatr 2019;173(7):681–688. Web: https://doi.org/10.1001/jamapediatrics.2019.1212