Psychisches Wohlbefinden von Jugendlichen: Peer-Kontakte haben größten Einfluss

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In den Medien wird viel über den Einfluss sozialer Medien auf die psychische Gesundheit Jugendlicher diskutiert. Die Auswertung von 3 pädiatrischen Kohortenstudien aus den USA zeigt nun, dass Beziehungen zu Gleichaltrigen nach wie vor den bedeutendsten Beitrag zur psychischen Gesundheit von Jugendlichen leisten, während die Nutzung sozialer Medien einen eher geringen Einfluss zu haben scheint.

Um die Zusammenhänge zwischen der Nutzung sozialer Medien durch Jugendliche und dem psychischen Wohlbefinden bzw. der Psychopathologie zu untersuchen, werteten die Forschenden die Angaben von 963 Jugendlichen (13–18 Jahre) zur Nutzung sozialer Medien sowie zu ihrer psychischen Verfassung aus.

Zu den erhobenen Parametern zählten die Nutzungszeit und -art sozialer Medien (aktiv, passiv) sowie verschiedene Aspekte des psychischen Wohlbefindens (Patient-Reported Outcome Measurement Information System [PROMIS] Life Satisfaction and Meaning and Purpose), die Psychopathologie (Strengths and Difficulties Questionnaire und PROMIS Depressive Symptoms) sowie die Qualität der Beziehungen zu Gleichaltrigen (PROMIS Peer Relationships).

Aus den Angaben schätzte das Team um Erstautorin Courtney K. Blackwell von der Feinberg School of Medicine in Chicago, USA, die Zusammenhänge zwischen der Nutzung sozialer Medien und 4 Kategorien der psychischen Gesundheit, die dem dualen Faktor-Modell der psychischen Gesundheit entsprechen (hohes Wohlbefinden/geringe Psychopathologie; hohes Wohlbefinden/hohe Psychopathologie; geringes Wohlbefinden/geringe Psychopathologie; geringes Wohlbefinden/hohe Psychopathologie). Zudem testeten sie die Wechselwirkungen mit Beziehungen zu Gleichaltrigen. Die Modelle wurden nach Alter, Geschlecht, ethnischer Zugehörigkeit und Familieneinkommen angepasst.

Die Studienkohorte erwies sich als soziodemografisch vielfältig (22% Einkommen ≤130% der Bundes­armutsgrenze; 42% Jugendliche mit Migrationshintergrund). Elastische Netzregressionen zeigten, dass eine längere Nutzung sozialer Medien die Wahrscheinlichkeit erhöhte, der Gruppe mit hoher Psychopathologie/geringem Wohlbefinden anzugehören.

Jugendliche mit schlechten Beziehungen zu Gleichaltrigen, die ≥7 h/Tag mit sozialen Medien verbrachten, hatten das größte Risiko für eine schlechte psychische Gesundheit. Positive Beziehungen zu Gleichaltrigen waren der stärkste Prädiktor für eine positive psychische Gesundheit.

Fazit
Peer-Beziehungen leisteten den bedeutendsten Beitrag zur psychischen Gesundheit von Jugendlichen, während die Qualität der Social-Media-Nutzung nur einen geringen Einfluss hatte. (ej)

Autoren: Blackwell CK et al.
Korrespondenz: Courtney K Blackwell; [email protected]
Studie: Adolescent Social Media Use and Mental Health in the Environmental Influences on Child Health Outcomes Study
Quelle: J Adolesc Health 2025 Apr;76(4):647–656.
Web: https://doi.org/10.1016/j.jadohealth.2024.12.003