Psychologische Interventionen zeigen kleinen Effekt bei Angst vor erneutem Krebs10. Februar 2020 © Syda Productions – stock.adobe.com Inwieweit psychologische Interventionen die Angst vor einem erneuten Auftreten von Krebs (Fear of Cancer Recurrence, FCR) eindämmen können, hat eine systematische Überprüfung samt Metaanalyse untersucht. Nina M. Tauber von der Universität Aarhus in Dänemark und ihre Kollegen suchten in wichtigen elektronischen Datenbanken nach Studien, in denen die Auswirkungen psychologischer Interventionen auf die FCR bei Patienten mit und Überlebenden von Krebs erforscht wurden. Die kontrollierten Studien unterzogen sie einer Metaanalyse und untersuchten den moderierenden Einfluss der Studiencharakteristika auf die Wirkung. Die Gesamtqualität der Evidenz bewerteten die Wissenschaftler mit dem GRADE-System. Offene Studien wurden narrativ besprochen, um die aktuellen Entwicklungen auf diesem Gebiet zu untersuchen (PROSPERO-Nummer: CRD42017076514). Die Forscher konnten 23 kontrollierte Studien (21 randomisierte kontrollierte Studien) und 9 offene Studien einschließen. Kleine Effekte (Hedges’s g) konnten sie sowohl nach der Intervention (g=0,33; 95%-KI 0,20–0,46; p<0,001) als auch während der Nachbeobachtung (g=0,28; 95%-KI 0,17–0,40; p<0,001) dokumentierten. Wie sie feststellten, waren die Auswirkungen der heutigen kognitiven Verhaltenstherapien (CBTs; g=0,42) nach der Intervention größer als bei herkömmlichen CBTs (g=0,24; β=0,22; 95%-KI 0,04–0,41; p=0,018). Die modernen CBTs konzentrieren sich Kognitionsprozesse – zum Beispiel auf Sorgen, Wiederkäuen und Aufmerksamkeitsverzerrung –, statt auf den Inhalt. Sie zielen darauf ab, die Art und Weise zu ändern, in der das Individuum mit seinen inneren Erfahrungen in Beziehung steht. Bei der Nachbeobachtung waren größere Effekte mit einer kürzeren Zeit bis zum Follow-up (β=–0,01; 95%-KI –0,01 bis –0,00; p=0,027) und gruppenbasierten Formaten β=0,18) verbunden (95%-Kl 0,01–0,36; p=0,041). Eine GRADE-Evaluation ergab Hinweise auf eine mäßige Stärke der Auswirkungen einer psychologischen Intervention bei FCR. Fazit Psychologische Interventionen gegen FCR hätten einen kleinen, aber robusten Effekt nach der Intervention gezeigt, der beim Follow-up weitgehend erhalten geblieben sei, so das Fazit der Studienautoren. (sf) Autoren: Tauber NM et al. Korrespondenz: Prof. Robert Zachariae; [email protected] Studie: Effect of Psychological Intervention on Fear of Cancer Recurrence: A Systematic Review and Meta-Analysis Quelle: J Clin Oncol 2019;37(31):2899–2915. Web: https://doi.org/10.1200/JCO.19.00572