Qualitätssicherung: G-BA befragt Patienten zur Versorgung bei Herzkathetereingriffen21. August 2022 Foto: ©sewcream/stock.adobe.com Im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) werden Patientinnen und Patienten, die einen Herzkathetereingriff in Krankenhäusern oder Arztpraxen erhalten haben, gebeten, ihre Erfahrungen im Rahmen der Prozedur mitzuteilen. Welche Erfahrungen haben Patientinnen und Patienten vor, während und nach einem Herzkathetereingriff gemacht? Was sagen sie über den Behandlungsverlauf – wurden beispielsweise die Untersuchung und das Ergebnis gut erläutert? Mit solchen Fragen möchte der G-BA belastbare Erkenntnisse darüber gewinnen, ob und wenn ja, an welchen Punkten es Verbesserungsbedarf bei der Patientenversorgung gibt. Ziel ist laut G-BA, neben bereits vorhanden Datenquellen eine weitere Perspektive auf die Versorgungsqualität zu erhalten. Die Patientenangaben fließen anonymisiert in das bereits bestehende Qualitätssicherungsverfahren des G-BA zu diagnostischen (Koronarangiographie) und therapeutischen Herzkathetereingriffen (Perkutane Koronarintervention, PCI) ein. Seit August 2022 werden entsprechende Fragebögen an Patientinnen und Patienten, die kürzlich einen Herzkathetereingriff erhalten haben, verschickt. Die PCI ist das erste Verfahren, bei dem die Patientenbefragung als Instrument der Qualitätssicherung angewendet wird. Damit Patientinnen und Patienten die Fragebögen per Post erhalten und sich an der Befragung beteiligen können, sind Arztpraxen und Kliniken seit dem 1. Juli 2022 verpflichtet, monatlich die Adressdaten der Patientinnen und Patienten zu übermitteln, bei denen ein Herzkathetereingriff durchgeführt wurde. Hinzu kommen Angaben zur Eingriffsart und zum Leistungserbringer. Diese Daten werden zuerst in der jeweiligen Datenannahmestelle verschlüsselt und pseudonymisiert. Danach gehen sie an die Versendestelle, die die Fragebögen verschickt. Die Versendestelle wählt nach dem Zufallsprinzip eine Stichprobe aus; wenn auf die behandelnde Ärztin oder den behandelnden Arzt weniger als 200 Fälle pro Jahr kommen, werden aus Datenschutzgründen im PCI-Verfahren alle Patientinnen und Patienten befragt. Die ausgewählten Patientinnen und Patienten erhalten bis zu 12 Wochen nach ihrem PCI-Eingriff die Fragebögen mit der Bitte um Teilnahme. Die Briefe enthalten auch Informationen zum Umgang mit den erhobenen Daten. Den Briefen an die Patientinnen und Patienten liegt ein bereits frankierter Rückumschlag an die Fragebogenannahmestelle bei. Diese Stelle scannt die ausgefüllten Fragebögen ein, damit das Institut für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG) in seiner Funktion als Bundesauswertungsstelle die Fragebögen auswerten kann. Außerdem werden die Angeschriebenen ggf. mehrfach an die Befragung erinnert. Das IQTIG spielt die ausgewerteten anonymisierten Ergebnisse der Befragung jährlich an die jeweilige Einrichtung zurück. Die Leistungserbringer erhalten so ein standardisiertes Feedback ihrer Patientinnen und Patienten und es wird auf Auffälligkeiten – bezogen auf die Einrichtung – hingewiesen. Damit können Niedergelassene und Kliniken gegebenenfalls ihre Abläufe verbessern. Ebenso soll die Arzt-Patienten-Kommunikation optimiert werden, was idealerweise zu einer gemeinsamen Entscheidungsfindung führt und den Behandlungserfolg erhöht. Weitere Patientenbefragungen für andere medizinische Eingriffe und Verfahren sollen im Rahmen der Qualitätssicherung folgen – wissenschaftliche Arbeiten beim IQTIG laufen bereits. Je nach Krankheitsbild und der betroffenen Patientengruppe wird geprüft, ob statt dem Postweg auch digitale Befragungswege genutzt werden können. Der G-BA sieht bis 2026 unter Begleitung des IQTIG vor, das neue Instrument der Patientenbefragung zu erproben und zu optimieren. Bis zum Jahresende 2022 wird es zunächst darum gehen, die neuen Datenflüsse zur PCI-Patientenbefragung zu etablieren und zu prüfen, ob das Verfahren technisch und logistisch funktioniert. Die Bewertung von Auffälligkeiten nach den festgelegten Verfahren sind erst ab dem Jahr 2024 vorgesehen.
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