Qualitätssicherung in der Intensivmedizin: Update der DIVI-Qualitätsindikatoren veröffentlicht28. April 2022 Oliver Kumpf, federführender Autor des neuen Updates der Qualitätsindikatoren Intensivmedizin. Foto: privat Fünf Jahre nach dem letzten Update sind jetzt die neuen intensivmedizinischen Qualitätsindikatoren der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) erschienen. Verantwortlich zeichnet sich hierfür die Nationale Steuerungsgruppe Peer Review, ein 31-köpfiges interprofessionelles Autorenteam. „Wir konnten in diese vierte Ausgabe zahlreiche neue Forschungserkenntnisse einfließen lassen und selbstverständlich wurden aktualisierte Leitlinien berücksichtigt“, erklärt Dr. Oliver Kumpf aus der Charité Berlin, Sprecher der Steuerungsgruppe und federführender Autor. Das Dokument sei bewusst sehr pragmatisch gehalten. „Jeder, der sich auf die Reise machen möchte, die eigene Qualität zu messen, sollte sich mit diesen Punkten auseinandersetzen.“ Viel Zeit hat die Gruppe eigenen Angaben zufolge vor allem in die Präzisierung von Formulierungen investiert, um Fehlinterpretationen jeglicher Art vermeiden zu können. Das 30 Seiten starke Dokument fasst in zehn Punkten kompakt die wesentlichen Behandlungsaspekte und Strukturmerkmale zusammen, die mit den Qualitätsindikatoren für jede Intensivstation überprüfbar sind: Tägliche multiprofessionelle und interdisziplinäre Visite mit Dokumentation von Tageszielen Management von Sedierung, Analgesie und Delir Patientenadaptierte Beatmung (bei schwerem Lungenversagen) Frühzeitige Entwöhnung von einer invasiven Beatmung (Weaning) Überwachung der Maßnahmen zur Infektionsprävention Maßnahmen zum Infektionsmanagement Patientenadaptierte klinische Ernährung Strukturierte Kommunikation mit Patienten und Angehörigen Frühmobilisation Leitung der Intensivstation „Man muss aber nicht alle Aspekte gleichzeitig oder nacheinander betrachten“, so Kumpf. Die Kennzahlen sollen demnach nicht dazu dienen, eine Station in zehn Prozessen zu betrachten – vielmehr sollten sich intensivmedizinische Behandlungsteams zunächst den einen Aspekt verstärkt anschauen, den sie verbessern möchten. „Wir wollen ja motivieren, anzufangen. Mit Hilfe der Indikatoren ist es wirklich nicht kompliziert!“ Zur Unterstützung bei der Evaluation von Qualität verweist er auf das Peer-Review-Verfahren der DIVI. „Damit hat man einen Startpunkt für Qualitätsverbesserung.“
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