Radiodermatitis: Telomerase‑mRNA reduziert strahleninduzierte DNA-Schäden

Strahlentherapie
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Forschende am Houston Methodist Research Institute (USA) haben nun einen vielversprechenden neuen Ansatz identifiziert, der Patienten während der Krebsbehandlung vor strahleninduzierter Hautschädigung schützen kann.

Strahleninduzierte Hautschädigung ist eine der häufigsten und schmerzhaftesten Nebenwirkungen der Krebsbehandlung. Strahlenbedingte Schäden verursachen mikrovaskuläre Läsionen und können zu Rötung, Abschuppung, Ulzerationen, Infektionen und langfristiger Narbenbildung führen, was behandelnde Ärzte mitunter zwingt, die Tumortherapie zu verzögern oder zu stoppen. Die strahleninduzierte Schädigung der Haut kann die DNA in Hautzellen fragmentieren, Mitochondrien beeinträchtigen und Zelltod auslösen.

Schutz vor DNA-Schädigung

Die Arbeitsgruppe testete eine neue mRNA-basierte Therapie, bei der Hautzellen zur Produktion von Telomerase-Reverser-Transkriptase (TERT) angeregt werden. Humane Hautzellen und Gewebebiopsien wurden vor der Strahlenexposition mit TERT‑mRNA behandelt, was zu einer Reduktion der DNA-Schädigung führte. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Forschenden in „Molecular Therapy“.

„Telomerase hat diesen sehr interessanten Effekt, vor genomischer DNA-Schädigung zu schützen“, so Dr. John P. Cooke vom Department of Cardiovascular Sciences am Methodist Hospital in Houston. „Das ist überraschend, weil üblicherweise angenommen wird, dass sie nur an den Enden der Chromosomen wirkt, aber wir fanden, dass sie unsere gesamte DNA schützt. Wir konnten klinisch relevante Dosen strahleninduzierter DNA-Schäden mit Telomerase rückgängig machen. Das ist spannend, weil dies potenziell eine Therapie für Menschen sein könnte, die sich einer Radiotherapie unterziehen.“

Strahlenschäden und Narbenbildung verhindern

Derzeit existiert keine von der US-amerikanischen Food and Drug Administration zugelassene Therapie zur Prävention oder Behandlung strahleninduzierter Hautschäden.

„Unsere Ergebnisse legen nahe, dass die TERT‑mRNA‑Therapie einen sicheren und wirksamen Ansatz bieten könnte, um die Haut zu schützen, den Patientenkomfort zu verbessern und eine ununterbrochene Krebsbehandlung zu ermöglichen“, so Erstautorin Shuang Li, Houston. Dieser Durchbruch könne zu neuen Therapien führen, die Strahlenschäden und langfristige Narbenbildung verhindern und damit die Lebensqualität von Millionen Krebspatienten verbessern könnten. (ins)