RAPID: Bundesweites Register sammelt Daten aus der Intensivmedizin

Im Projekt RAPID soll ein bundesweites Register für die Erwachsenen- und Kinderintensivmedizin aufgebaut werden. (Symbolfoto: ©natali_mis/stock.adobe.com)

Im Februar 2026 ist das Projekt RAPID gestartet. Damit soll ein bundesweites Register aufgebaut werden, in dem erstmals Routinedaten aus der Erwachsenen- und Kinder-Intensivmedizin gebündelt werden. 

RAPID steht für „Registry of Adult and Pediatric Intensive Care Data“. Mit dem Register sollen erstmals Intensivdaten aus ganz Deutschland automatisch zusammenfließen. Ziel von RAPID ist, die Forschung und die Behandlung zu verbessern – auch mit Blick auf Krisen. Das Projekt soll ermöglichen, Entwicklungen früher zu erkennen und Ressourcen gezielter zu steuern. Geleitet wird RAPID von der Sprecherin PD Dr. Nora Bruns von der Universität Duisburg-Essen gemeinsam mit Prof. Falk von Dincklage von der Universitätsmedizin Greifswald. Das Projekt unter Beteilung weiterer Universitätsklinika gehört zum Netzwerk Universitätsmedizin (NUM).

„Wir schaffen mit dem Register die technische Grundlage, um die Versorgungsqualität bundesweit auf Basis realer Routinedaten zu prüfen“, sagt Bruns, die als Oberärztin in der Klinik für Kinderheilkunde I des Universitätsklinikums Essen arbeitet. „Gerade in der Kinderintensivmedizin ist eine belastbare Datengrundlage entscheidend, um die Behandlungsqualität objektiv zu bewerten und gezielt zu verbessern.“

Das Register arbeitet dezentral und föderiert, die Daten bleiben an den Standorten gespeichert. Sie werden über Schnittstellen aus den Intensiv-Informationssystemen der Kliniken erfasst – ohne zusätzliche manuelle Eingabe. So entsteht ein nahezu flächendeckendes Bild der intensivmedizinischen Versorgung in Deutschland.

Qualitätsvergleich ermöglichen

Ein Schwerpunkt liegt auf der Qualitätsmessung. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler untersuchen, wie sich etablierte Qualitätsindikatoren wie die Länge des Krankenhausaufenthaltes auf Behandlungsergebnisse auswirken. So kann die Versorgungsqualität zwischen Kliniken verglichen werden.

RAPID wird in der dritten NUM-Förderphase mit rund 2,8 Millionen Euro über knapp drei Jahre vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert. Davon fließen knapp 330.000 Euro an das Team in Essen.

Über das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM)

Im NUM führen erstmalig alle 37 deutschen Standorte der Universitätsmedizin gemeinsam große interdisziplinäre klinische Forschungsprojekte durch. Gestartet, um die COVID-19-Forschung der deutschen Universitätsmedizin zu koordinieren, liegt der Schwerpunkt heute auf der gemeinsamen Erhebung und Nutzung komplexer medizinischer Forschungsdaten im klinischen Kontext. Dafür hat das Netzwerk spezialisierte Forschungsinfrastrukturen aufgebaut.