Rauchen in der Schwangerschaft mit Asthma bei erwachsenen Nachkommen assoziiert1. September 2020 © Africa Studio – stock.adobe.com Wenn schwangere Frauen rauchen, erhöht dies das Risiko für ihre Kinder, in jungen Jahren an Asthma zu erkranken. Wenig untersucht sei jedoch, wie sich durch ein solches Verhalten der Mutter das Risiko für die Nachkommen erhöht, im Erwachsenenalter an Asthma zu erkranken, fand eine finnische Arbeitsgruppe. Ihre Studie bestätigt nun, dass ein Nikotinkonsum während der Schwangerschaft mit der kumulativen Asthmainzidenz der Nachkommen im Alter zwischen 31 und 46 Jahren assoziiert ist. Dieser Zusammenhang fiel den Autoren zufolge bei solchen Nachkommen besonders deutlich aus, die im Alter von 31 Jahren berichteten, in der Vergangenheit an Atemproblemen gelitten zuhaben und/oder die Träger des Haplotyps rs11702779-AA von RUNX1 waren. Auch wurde bei Personen, deren Mütter während der Schwangerschaft geraucht hatten, eine reduzierte FEV1/FVC-Ratio festgestellt. Diese Ergebnisse, so die Wissenschaftler um Erstautorin Sanna Toppila-Salmi von der Abteilung für Allergologie des Universitätsklinikums Helsinki, könnten die frühe Vulnerabilität der Atemwege der Nachkommen gegenüber umweltbedingter Tabakrauchexposition (ETS) und deren mutmaßliche Langzeiteffekte widerspiegeln. Die Forscher hatten Fragebögen und klinische Daten von 5200 Teilnehmern der Northern Finland Birth Cohort 1966 Study analysiert, bei denen bis zu ihrem 31. Lebensjahr kein Asthma diagnostiziert worden war. Ein Zusammenhang zwischen einem Nikotinkonsum der Mutter während der letzten 3 Monate der Schwangerschaft und dem Auftreten eines ärztlich festgestellten Asthmas beim Arzt sowie der Lungenfunktion der Nachkommen im Erwachsenenalter wurde mittels adjustierter multivariater Regressionsanalysen untersucht. Die kumulative Inzidenz eines ärztlich diagnostizierten Asthmas im Alter zwischen 31 und 46 Jahren betrug 5,1% bei Männern und 8,8% bei Frauen. Eine ETS war mit Asthma bei erwachsenen Nachkommen assoziiert (adjustierte OR 1,54; 95%-KI 1,04–2,29): bei Nachkommen, die entweder über ein nicht diagnostiziertes Asthma (OR 9,63; 95%-KI 2,28–40,67) oder über Husten mit Wheezing (OR 3,21; 95%-KI 1,71–6,05) in der Vergangenheit berichteten. Ein signifikanter Zusammenhang wurde beobachtet zwischen einer ETS während der Schwangerschaft und der FEV1/FVC-Ratio der Nachkommen im Alter von 31 Jahren. Bei Nachkommen mit dem Haplotyp rs11702779-AA von RUNX1 war ETS mit Asthma im Erwachsenenalter assoziiert (OR 5,53; 95%-KI 2,11–14,52, angepasster p-Wert für Interaktion 0,10). Fazit Das Rauchen von Müttern während der Schwangerschaft ist mit einer kumulativen Asthmainzidenz der Nachkommen im Alter zwischen 31 und 46 Jahren assoziiert. (ac) Autoren: Toppila-Salmi S et al. Korrespondenz: Sanna Toppila-Salmi; [email protected] Studie: Maternal smoking during pregnancy affects adult onset of asthma in offspring: a follow up from birth to age 46 years Quelle: Eur Respir J 2020;55(6):1901857. Web: https://doi.org/10.1183/13993003.01857-2019