Rauchen und Co. erhöhen Komplikationsrisiko beim Gelenkersatz

© Anneke, AdobeStock

Im Vorfeld des 21. AE-Kongresses in Düsseldorf warben Endoprothikexperten dafür, Patienten als aktive Partner in das Behandlungsteam einzubinden. Begleiterkrankungen, Medikation und Psyche des Patienten müssten bereits vor einer OP berücksichtigt werden.

Durch langfristige Vorbereitung von Prothesenimplantationen könnten Ärzte frühzeitig risikoträchtige Vorbefunde abklären und behandeln. Ebenso sollen Patienten durch ein verbessertes Patientenmanagement mit Information und Aufklärung selbst zu einem erfolgreichen Eingriff beitragen können, erklärte die Fachgesellschaft.

„Wir wissen heute, dass Begleiterkrankungen, Medikation sowie die körperliche und seelische Verfassung unserer Patienten einen wesentlichen Einfluss auf das Implantationsergebnis haben“, sagte Prof. Rudolf Ascherl, Präsident der AE. „Wir müssen die Betroffenen deshalb bereits ab dem Zeitpunkt der Indikationsstellung zum Ersatzgelenk engmaschig in die Vorbereitungen einbeziehen und aufklären”, erklärte der Direktor der Klinik für spezielle Chirurgie und Endoprothetik am Krankenhaus Tirschenreuth.

Dabei komme den Patienten heute eine viel aktivere Rolle zu. „Sie müssen mehr wissen und mehr für sich tun.“ So sei etwa vielen Rauchern nicht bekannt, dass der blaue Dampf nicht nur ihrer Lunge und Gefäßen schade. „Die im Rauch enthaltenen Kohlenmonoxide (CO) und Cyanwasserstoffe führen zu einer verminderten Versorgung aller Gewebe mit Sauerstoff. Dadurch ist auch die Wund- und Knochenheilung bei einer Implantation beeinträchtigt“, so Ascherl. „Diese schädlichen Effekte bilden sich jedoch sehr rasch zurück, wenn man mit dem Rauchen aufhört“, so der Orthopäde und Unfallchirurg. Deshalb lohne sich bei – übrigens allen – geplanten Operationen eine mindestens sechswöchige Rauchpause vor und nach der Operation.

Als weitere Risikofaktoren für Komplikationen nannte Ascherl unerkannten Diabetes, starkes Übergewicht, Zahnerkrankungen, chronische Wunden oder Hautinfektionen.