Rauchstopp senkt Herz-Kreislauf-Risiko auch nach einem ersten Herzinfarkt noch erheblich17. August 2022 Foto: ©Nopphon/stock.adobe.com Ein aktueller Cochrane-Review zeigt, dass es sich auch nach einem ersten Herzinfarkt noch lohnt, mit dem Rauchen aufzuhören: Das Risiko eines weiteren Infarkts oder Schlaganfalls lässt sich dadurch um rund ein Drittel senken. Über ein Drittel aller Todesfälle in Deutschland sind auf kardiovaskuläre Erkrankungen (cardiovascular disease, CVD) zurückzuführen, die sich insbesondere in Form von Herzinfarkten und Schlaganfällen manifestieren. Zu den wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für CVD gehört neben der Ernährung das Rauchen – Schätzungen zufolge ist das Tabakrauchen für rund jeden zehnten Todesfall durch CVD verantwortlich. Dabei ist es nie zu spät, um mit dem Rauchen aufzuhören: Wie auch das Risiko für Lungenkrebs, so sinkt auch das kardiovaskuläre Risiko nach einem Rauchstopp wieder deutlich ab. Dass sich dies selbst dann noch lohnt, wenn man bereits einen ersten Herzinfarkt erlitten hat, belegt die Evidenz aus dem kürzlich erschienenen Cochrane-Review „Rauchentwöhnung zur Sekundärprävention von Herz-Kreislauf-Erkrankungen“ auf Basis von 68 Studien mit insgesamt mehr als 80.000 Teilnehmenden. Die Kernaussagen des Reviews CVD-Risiko: Menschen mit koronarer Herzerkrankung, die mit dem Rauchen aufhören, verringern wahrscheinlich ihr Risiko, einen Herzinfarkt oder Schlaganfall zu erleiden und daran zu sterben um rund ein Drittel. Die Autorinnen und Autoren schätzten die Vertrauenswürdigkeit der Evidenz nach GRADE hierfür als moderat (für CVD-Todesfälle) bzw. gering (für nichttödliche CVD-Ereignisse) ein. Lebensqualität: Viele Raucher lieben ihr Laster und fürchten einen Verlust an subjektiver Lebensqualität, wenn sie damit aufhören. In den acht Studien, die den Endpunkt „Lebensqualität“ mindestens 6 Monate lang nachverfolgten, bestätigte sich diese Sorge nicht. Vielmehr fühlten sich die Studienteilnehmenden, die sich zum Rauchstopp entschlossen, langfristig sogar geringfügig besser als jene, die weiter rauchten. „Unsere Ergebnisse belegen, dass das Risiko sekundärer CVD-Ereignisse bei denjenigen, die mit dem Rauchen aufhören, im Vergleich zu denjenigen, die das Rauchen fortsetzen, sinkt, und dass sich die Lebensqualität als Folge des Rauchstopps verbessert“, schlussfolgern die Autorinnen und Autoren. „Wir hoffen, dass diese Ergebnisse mehr Menschen zu einem Rauchstopp motivieren und das Gesundheitspersonal dazu ermutigt, Patientinnen und Patienten beim Aufhören aktiver zu unterstützen.“
Mehr erfahren zu: "Die kardiovaskuläre Gesundheit von Frauen beginnt bereits in der Pubertät" Die kardiovaskuläre Gesundheit von Frauen beginnt bereits in der Pubertät Vier führende US-amerikanische Fachgesellschaften stellen im Fachjournal „Circulation“ ein multidisziplinäres Rahmenkonzept vor, um die frühzeitige Prävention, Diagnostik und interdisziplinäre Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen bei Frauen zu verbessern.
Mehr erfahren zu: "Zi-Studie: Zahl der MVZ deutlich gewachsen – Kliniken betreiben die meisten Standorte" Zi-Studie: Zahl der MVZ deutlich gewachsen – Kliniken betreiben die meisten Standorte Die Zahl der MVZ-Betriebsstätten ist zwischen 2017 und 2020 um 35 Prozent gestiegen und die Trägerarten unterscheiden sich je nach Region deutlich. Das sind die Ergebnisse einer aktuellen Analyse.
Mehr erfahren zu: "Das „Durchschnitts-Genom“ und seine Bedeutung für die genetische Diagnostik" Das „Durchschnitts-Genom“ und seine Bedeutung für die genetische Diagnostik Britische Forschende haben das „durchschnittliche“ menschliche Genom charakterisiert. Ihre Studie liefert wichtige Erkenntnisse zur normalen genetischen Variabilität und unterstreicht die Bedeutung des klinischen Kontexts für die Interpretation genetischer Befunde.