Realitätsnahe Animation: So schlägt das Herz wirklich24. Juni 2026 Das Universitätsklinikum Freiburg hat eine anatomisch repräsentative Animation des schlagenden Herzens entwickelt. (Bild: ©Universitätsklinikum Freiburg; CC BY-NC 4.0) Das Universitätsklinikum Freiburg hat eine neue Animation des schlagenden Herzens erstellt. Nach Kenntnis des Universitätsklinikums Freiburg ist es die erste schematische 3D-Animation, die Aufbau und Bewegung des Herzens anatomisch und zeitlich richtig zusammenführt. „Die Vorstellung, die viele vom schlagenden Herzen haben, ist falsch. Das Herz als Ganzes dehnt sich beim Herzschlag nicht aus. Auch springt die Herzspitze unten nicht frei auf und ab“, erläutert Prof. Peter Kohl, Direktor des Instituts für Experimentelle Kardiovaskuläre Medizin am Universitätsklinikum Freiburg. „Das Herz ist keine einfache Pumpe, die Blut erst ansaugt und anschließend wieder auswirft. Es ist eine Druck-Saug-Pumpe, bei der beides gleichzeitig passiert. Dabei verändert das Herz seine innere Form und bleibt von außen fast gleich groß.“ Genau das zeigt die Freiburger Animation: Das Herz drückt Blut in den Körper und saugt zugleich Blut aus den Venen an, ohne seine Gesamtgröße wesentlich zu verändern. Damit kann die Animation Ärztinnen und Ärzten, Forschenden und Studierenden helfen, Herzfunktion und Herzerkrankungen besser zu verstehen und zu erklären. Die Animation steht allen Nutzenden weltweit kostenlos zur Verfügung. Animation des schlagenden Herzens. (Quelle: Universitätsklinikum Freiburg) Warum die Animation anders ist Viele der stark vereinfachten Animationen zur Darstellung der Herzbewegung, die man im Internet findet, wirken hochpräzise und anschaulich. Sie zeigen aber oft Bewegungen, die so im Körper nicht passieren. Manchmal sehen Herzkammern nach einem Schlag leer oder luftgefüllt aus. Manchmal biegen sich Wände nach innen. Solche Bilder können ein falsches Verständnis der Herzbewegung vermitteln. Die neue schematische Animation des Universitätsklinikums Freiburg vermeidet diese Fehler. Sie zeigt, wie sich die vier Herzkammern bei jedem Schlag in Form und Wanddicke verändern, ohne dass das äußere Herzvolumen insgesamt deutlich größer oder kleiner wird. Damit erklärt sie den Herzschlag einfacher und genauer als bisherige schematische Darstellungen. „Die Grafik sieht vielleicht unspektakulärer aus als andere Animationen, aber dafür ist sie dichter an der Realität“, meint Kohl. Die Animation ist für Lehre und Forschung gedacht. Lob von internationalen Fachleuten Die bisherigen Darstellungen waren für Expertinnen und Experten weltweit problematisch. Laut Angaben des Universitätsklinikums Freiburg hätten sie nun umso erfreuter auf die Freiburger Animation reagiert: „Endlich!“, „Sehr gut“ oder „Man spürt förmlich den Herzschlag!“ seien einige der Reaktionen gewesen.
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