„Rechtswidriger Eingriff in die Freiberuflichkeit löst nicht die Probleme“25. März 2026 (T)Raumschiff Patientensteuerung: Unterwegs in unendlichen Terminweiten? Foto: Willrow Hood – stock.adobe.com Der Berufsverband der Deutschen Urologie (BvDU) wendet sich entschieden gegen ein System der Patientensteuerung, bei dem Patienten zuerst zum Hausarzt oder zur telemedizinischen Ersteinschätzung müssen, bevor sie zum Urologen können. Einer aktuellen „Pressemitteilung“ des Verbands merkt man die Verärgerung, ja Verbitterung des BvDU-Vorstandes an, der metaphernreich die Welt zu beschreiben versucht, die den Patienten künftig drohe. Da wird sogar „Raumschiff Enterprise“ bemüht: „Scotti, beam meine gesundheitlichen Probleme up an die richtige Stelle, welche auch immer das sein mag und beam mir einen freien Termin aus den unzähligen Terminsternen am Himmel, selbstverständlich wohnortnah“. „Die Praxis gehört nicht dem Staat“ Doch das Vorhaben der Regierung ist nach Ansicht des Verbandes nicht nur realitätsfern, sondern rechtswidrig. „Politik und Bundesrechnungshof verschweigen zwei elementare Dinge: Freiberuflichkeit und angeblich freie Termine der Ärztinnen und Ärzte“, heißt es in dem Text. „Die Praxis gehört nicht dem Staat. Nicht dem BMG. Nicht den Versicherungen. Sie gehört Ärztinnen und Ärzten. Dafür tragen sie das Risiko der Selbständigkeit mit allem, was diese beinhaltet: Verantwortung für ihre Mitarbeitenden, Zahlung der Löhne, Finanzierung der Praxis und all ihrer Geräte, ihre eigene Arbeitskraft und Expertise und das Risiko einer Privat-Insolvenz.“ Regierung und Versicherungen hätten ein Bild von der ärztlichen Arbeit, die der Versorgungsrealität nicht entspreche: „Ärztinnen und Ärzte säßen däumchendrehend, zusammen mit ihren Mitarbeitenden, chillend in ihren Praxen, statt Termine zu vergeben, die sie wie Sterne am Firmament in unbegrenzter Zahl zur Verfügung hätten. Da sie innerhalb des gesetzlichen Auftrags so viel Geld scheffelten, könnten sie weitere Stunden so was von locker aus eigener Tasche zahlen.“ Grundsätzliches Problem ungelöst Schließlich weist BvDU-Präsident Dr. Axel Belusa auf das grundsätzliche Problem hin, für dessen Lösung sich eine Terminvermittlung nicht eigne: „Sie löst weder die Zahl der Patienten (sie werden demografisch mehr) oder die Zahl der Patientenkontakte (sie werden mehr), noch die Zahl der Ärztinnen und Ärzte (sie werden demographisch weniger) oder die Zahl des medizinischen Fachpersonals (es wird weniger).“ Der Verband fordert stattdessen „eine kluge und verlässliche Steuerung der Patienten in der Politik und allen Gremien der Selbstverwaltung“. Über den Spitzenverband Fachärztinnen und Fachärzte würden diese Forderungen, zusammen mit den fachärztlichen Positionen weiterer Verbände, bei den relevanten Gremien platziert, kündigt der Urologenverband an. (ms/BIERMANN)
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