„RefHunter“ erleichtert die datenbankbasierte Literaturrecherche5. März 2018 Foto: © TIMDAVIDCOLLECTION – fotolia.com Literaturrecherche ist unerlässlicher Bestandteil des wissenschaftlichen Arbeitens. Allerdings ist sie auch sehr aufwendig – zumal ständig neue Publikationen hinzukommen. Es gibt viele, viele Datenbanken mit den unterschiedlichsten Funktionsweisen. Dadurch kann man leicht den Überblick verlieren oder das Gefühl bekommen, nicht zu wissen, wo man anfangen soll. Diese Umstände haben Thomas Nordhausen und Julian Hirt, beide Gesundheits- und Pflegewissenschaftler, die an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg ihren Master in dem Fach gemacht haben, auf ihre Projektidee „RefHunter“ gebracht. Der Name „RefHunter“, eine Abkürzung für Reference Hunter – also Referenzenjäger – deutet auf den Schwerpunkt des Projekts hin: Es geht um das Auffinden geeigneter Referenzen mittels systematischer Literaturrecherche. Um diese Suche zu erleichtern, haben Nordhausen und Hirt eine Anleitung mit Nutzungshinweisen für die wichtigsten und gängigsten wissenschaftlichen Literaturdatenbanken und Suchmaschinen des Gesundheitsbereiches entwickelt. Dazu haben sie eigenhändig Informationsblätter für die einzelnen Datenbanken erstellt, die alle in einem Dokument zusammengefasst sind. Eine vergleichbare Anleitung stehe bisher aus, die die Funktionen und Besonderheiten von vielen verschiedenen Fachdatenbanken so detailliert, systematisch und umfangreich abbilde. „Wir haben berufsbedingt viel mit dem Thema Literaturrecherche zu tun, besonders mit der Datenbankrecherche, die heutzutage einen bedeutenden Stellenwert einnimmt. Jede Fachdatenbank, also zum Beispiel die Cochrane Library, MEDLINE bzw. PubMed oder Web of Science, hat ihre Eigenheiten und die Benutzung ist a) unterschiedlich und b) nicht immer einfach. Es ist schwierig und braucht Zeit, sich in die verschiedenen Funktionsweisen einzuarbeiten. Diese Einarbeitung wollen wir mit der Anleitung erleichtern. Gleichzeitig soll es dazu beitragen, bei der Recherche das Beste aus der jeweiligen Datenbank herauszuholen“, erklärt Nordhausen. Um einen Beitrag zu einer effizienten Bedienung der Datenbanken zu leisten, haben er und Hirt „einfach mal angefangen, alles systematisch zusammenzutragen“ und das Manual erstellt. Auch für Meta-Suchmaschinen wie Epistemonikos und PubPsych haben sie Bedienungsanleitungen geschrieben. „Forschende im Gesundheitsbereich kommen ständig mit dem Thema Literaturrecherche in Berührung, daher hoffen wir, dass ‚RefHunter‘ für viele eine Hilfe ist“, sagt Nordhausen, der als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Gesundheits- und Pflegewissenschaft (IGPW) tätig ist und an seiner Promotion arbeitet. Hirt ist nach seinem Master in Halle an die Hochschule nach St. Gallen in der Schweiz gewechselt und promoviert ebenfalls in Halle. Die Datenbanken in „RefHunter“ werden übersichtlich und mit einheitlicher Struktur in Tabellenform vorgestellt. Angefangen damit, ob sie frei zugänglich sind, über Themenschwerpunkte, Inhalte und Sprache, wird weiter aufgezeigt, welche Suchfunktionen, Suchstrategien und Filterfunktionen zur Verfügung stehen, wie oft die Datenbanken aktualisiert werden und wie die Suchergebnisse dargestellt werden. Zusätzlich zu einem reinen „ja“ oder „nein“ gibt es in den meisten Bereichen weitere Informationen. Beispielsweise gibt es auf den Aspekt „Automatische Benachrichtigung über neu indexierte Treffer“ nicht nur „ja“ oder „nein“, sondern auch den Hinweis, wie man benachrichtigt werden kann. Außerdem finden sich Anleitungen zur Schlagwortsuche, wenn diese in der Datenbank vorhanden ist, sowie zum Export von Suchergebnissen. Den Abschluss bilden Links zu nützlichen oder weiterführenden Informationen. Derzeit ist nach Angaben der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg die „Version 1.0“ von „RefHunter“ für jeden kostenlos auf der gleichnamigen Internetseite herunterladbar: https://refhunter.eu
Mehr erfahren zu: "Neuroprotektives Medikament reduziert Beeinträchtigungen nach Schlaganfall" Weiterlesen nach Anmeldung Neuroprotektives Medikament reduziert Beeinträchtigungen nach Schlaganfall Die Gabe eines neuroprotektiven Medikaments innerhalb von 48 Stunden nach einem Schlaganfall kann einer chinesischen Phase-III-Studie zufolge 90 Tage später die Beeinträchtigungen reduzieren.
Mehr erfahren zu: "Umweltbundesamt: Luftqualität in Deutschland ausreichend" Umweltbundesamt: Luftqualität in Deutschland ausreichend Die Europäische Union gibt Grenzwerte vor, die in den Ländern eingehalten werden müssen. Was getan werden muss, um auch in Zukunft darunter zu bleiben.
Mehr erfahren zu: "Hamburg: Bürgerschaft stimmt für Zucker-Abgabe" Hamburg: Bürgerschaft stimmt für Zucker-Abgabe Weil ihr Zuckergehalt oft unterschätzt wird, können süße Soft- und Energy-Drinks krank machen. Die Bürgerschaft in Hamburg kann zwar nicht direkt eingreifen – stimmt aber für eine Zucker-Abgabe.