Reizdarmsyndrom: Digitale darmorientierte Hypnotherapie lindert Symptome21. August 2025 © Spectral-Design – stock.adobe.com (Symbolbild) Die Hypnotherapie mit Fokus auf den Darm gilt als wirksamer Ansatz beim Reizdarmsyndrom, ist aber bislang schwer verfügbar. Eine australische Studie prüfte nun, ob eine digitale Umsetzung ähnliche Vorteile bringt – mit überzeugenden Ergebnissen für Symptomkontrolle und Lebensqualität. Eine auf den Darm ausgerichtete (gut-directed) Hypnotherapie (GDH) kann zur Behandlung des Reizdarmsyndroms (RDS) eingesetzt werden. Noch ist die GDH nur begrenzt zugänglich, wobei eine digitale Durchführung dieses Problem mindern könnte. Ziel eines australischen Teams war es daher, im Rahmen einer randomisierten Kontrollstudie die Wirksamkeit eines digital bereitgestellten Programms mit und ohne GDH bei RDS-Patienten zu vergleichen. Die Forscher randomisierten erwachsene RDS-Patienten auf ein tägliches digitales Programm mit 42 Sitzungen, das entweder ein GDH-Programm (Nerva) oder keines (aktive Kontrolle) beinhaltete. Alle Probanden füllten Fragebögen aus, um mittels der RDS-Symptom-Severity-Scale (RDS-SSS) die gastrointestinalen Symptome sowie die Lebensqualität (QoL) und psychologischen Symptome (Depression/Anxiety-and-Stress-Scale-21) in regelmäßigen Abständen während des Programms und 6 Monate danach zu bewerten. Der primäre Endpunkt war der Anteil der Teilnehmer mit einem Rückgang auf der RDS-SSS um ≥50 Punkte im Verlauf der Interventionen und am Ende des Programms. Von 240/244 randomisierten Teilnehmern durchliefen 121 das GDH-Programm (mittleres Alter 38 [Spanne 20–65] Jahre; 90% Frauen; mittlerer RDS-SSS-Wert 321 (Interquartilsbereich [IQR] 273–367), und 119 nahmen an dem aktiven Kontrollprogramm teil (Alter 36 [Spanne 21–65] Jahre; 91% Frauen; RDS-SSS-Wert 303 [IQR 255–360]). Bei Abschluss der Module erreichten 81% der Teilnehmer des GDH-Programms den primären Endpunkt vs. 63% der Kontrollgruppe (p=0,002). Die Werte der RDS-SSS lag bei GDH im Median bei 208 (IQR 154–265) und bei den Kontrollpersonen bei 244 (IQR 190–308; p=0,004). Unter GDH berichteten 71 vs. 35% (p<0,001) über eine Schmerzreduktion um 30 Punkte, und die RDS-bezogene QoL verbesserte sich um 14 (IQR 6–25) vs. 7 (IQR 1–15; p<0,001) Punkte. Der psychologische Status veränderte sich in beiden Gruppen ähnlich. Fazit Laut Angaben der Studienautoren ist ein digitales GDH-Programm bei RDS-Patienten der aktiven Kontrollgruppe überlegen und führt zu einer größeren Verbesserung sowohl bei den beobachteten gastrointestinalen Symptomen als auch in der QoL und stellt daher eine gleichwertige Alternative zu persönlichen Verhaltenstherapien dar. (je) Autoren: Anderson EJ et al Korrespondenz: Emma P. Halmos; [email protected] Studie: Comparison of Digitally Delivered Gut-Directed Hypnotherapy Program With an Active Control for Irritable Bowel Syndrome Quelle: Am J Gastroenterol 2025;120(2):440–448. Web: https://doi.org/10.14309/ajg.0000000000002921