Reizdarmsyndrom: Meta-Analyse untersucht Wirksamkeit traditioneller Therapien19. Mai 2020 © fizkes – stock.adobe.com Trotz neuer RDS-Therapien verwenden viele Ärzte etablierte, traditionelle Präparate zur Erst- oder Zweitlinienbehandlung. Zu diesen zählen etwa Therapien mit löslichen Ballaststoffen, krampflösenden Medikamenten, Pfefferminzöl sowie Darm-Hirn-Neuromodulatoren, wie beispielsweise trizyklischer Antidepressiva. In einer britischen Metaanalyse wurde nun die Wirksamkeit traditioneller Therapien bei RDS-Patienten systematisch miteinander verglichen. Hierfür wurden MEDLINE, Embase, Embase Classic sowie das Cochrane-Zentralregister nach Studien und Daten durchsucht, die traditionelle Behandlungen miteinander oder mit Placebo verglichen. Es wurden nur Studien eingeschlossen, die über eine dichotome Bewertung des Gesamtansprechens auf die Therapie im Hinblick auf eine Verbesserung der generellen RDS-Symptome oder von Bauchschmerzen berichteten. Die Wirksamkeit der Therapien wurde als gepooltes RR mit 95%-Konfidenzintervall (KI) angegeben. Zudem wurden die Behandlungen mittels p-Score in eine Rangfolge gebracht. In den herangezogenen 13 Vergleichsstudien wurde die Wirksamkeit von Pfefferminzölkapseln hinsichtlich der Verbesserung der generellen RDS-Symptome nach 4–12 Wochen auf Platz 1 (RR 0,63; 95%-KI 0,48–0,83; p=0,84) und die Wirksamkeit von trizyklischen Antidepressiva auf Platz 2 (RR 0,66; 95%-KI 0,53–0,83; p=0,77) eingestuft. Direkte oder indirekte Vergleiche ergaben dabei jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen den aktiven Behandlungen. Hinsichtlich einer Verbesserung von Bauchschmerzen nach 4–12 Wochen wirkten trizyklische Antidepressiva am effektivsten und belegten Platz 1 (RR 0,53; 95%-KI 0,34–0-83; p= 0,87). Dieses Ergebnis basierte jedoch auf den Daten von nur 4 Studien mit 92 Patienten. Verglichen mit Placebo führten trizyklische Antidepressiva mit einer größeren Wahrscheinlichkeit zu unerwünschten Ereignissen (RR 1,59; 95%-KI 1,26–2,06; p=0,16). Fazit Die Autoren um Dr. Alexander C. Ford zogen aus den Daten dieser Metaanalyse das Fazit, dass Pfefferminzöl am wirksamsten ist, wenn eine Verbesserung der generellen RDS-Symptome als Bewertungsmaßstab verwendet wurde. Hingegen zeigten trizyklische Antidepressiva die besten Resultate, wenn Bauchschmerzen als Bewertungsmaßstab verwendet wurden. (je) Autoren: Black CJ et al. Korrespondenz: Alexander C. Ford; [email protected] Studie: Efficacy of soluble fibre, antispasmodic drugs, and gut-brain neuromodulators in irritable bowel syndrome: a systematic review and network meta-analysis Quelle: Lancet Gastroenterol Hepatol 2020;5(2):117–131. Web: https://doi.org/10.1016/S2468-1253(19)30324-3